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Die Kardashev-Skala: Erklärung, Typen und der Platz der Erde darauf

Als Zivilisation haben wir beeindruckende Fortschritte gemacht. Trotz des rasanten Wachstums unserer Energieproduktion kratzen wir nach den Maßstäben der Astronomie aus den 1960er Jahren gerade erst an der Oberfläche.

1964 legte der sowjetische Astronom Nikolai Kardashev mit seinem Papier Transmission of Information by Extraterrestrial Civilisations den Grundstein für eine hypothetische Skala, die den Energieverbrauch von Zivilisationen misst.

Was ist die Kardashev-Skala?

„Nikolai Kardashev schlug eine Kategorisierung hypothetischer außerirdischer Gesellschaften vor, basierend darauf, wie viel Energie sie in ihrer Technologie verbrauchen könnten. Je mehr Energie sie beherrschen könnten, desto stärker wären ihre Übertragungen und desto weiter entfernt könnten wir sie entdecken“, erklärt Jason Wright, Direktor des Penn State Extraterrestrial Intelligence Center.

Diese Skala deutet nicht nur auf die Reichweite von Signalen hin, sondern auch auf die Macht einer Zivilisation: Mehr Energie bedeutet mehr Kontrolle über die Umwelt.

Sie gilt nicht nur für Außerirdische – auch die Erde lässt sich einordnen. Da wir noch kein außerirdisches Leben entdeckt haben, bleibt die Skala für uns ein Maßstab für unseren eigenen Fortschritt.

Obwohl Kardashev die Skala 1964 einführte, haben Astronomen sie seither erweitert und verfeinert.

Die Typen der Kardashev-Skala

Welche Typen gibt es, und wo platziert sich die Erde? Auf Kardashevs Originalskala fallen wir unter Typ 1.

Carl Sagan erweiterte sie später mit Dezimalwerten. So landen wir bei etwa 0,72.

„Eine Typ-1-Gesellschaft entspricht der Menschheit. Sagan quantifizierte die Skala und setzte uns auf 0,72. Typ 1,0 nutzt die gesamte Sonnenenergie, die auf die Erdoberfläche trifft“, sagt Wright.

Die Kardashev-Skala: Erklärung, Typen und der Platz der Erde darauf

Anders gesagt: Typ 1 beherrscht 100 % der planetaren Energiequellen – Sonne und Mineralien.

„Typ 2 sammelt die Energie ihres Heimatsterns. Kardashev dachte an eine Dyson-Sphäre. In Sagans Skala sind das 10 Milliarden Mal mehr als bei Typ 1“, erläutert Wright.

Während Typ 1 Sonnenenergie erntet, zapft Typ 2 den Stern direkt an – etwa mit einer Dyson-Sphäre, einer riesigen Struktur um die Sonne.

Astronom Guillermo Lemarchand beschreibt Typ 2 als Beherrschung der vollen Sonnenkraft – gottgleiche Macht, die wir uns kaum vorstellen können.

Die Kardashev-Skala: Erklärung, Typen und der Platz der Erde darauf

„Typ 3 nutzt die Energie ganzer Galaxien. In Sagans Version: weitere 10 Milliarden Mal mehr als ein sonnenähnlicher Stern“, sagt Wright.

Hier betreten wir Science-Fiction: galaxiegroße Entitäten, vor denen wir uns in Acht nehmen sollten.

Weitere Denker wie Kosmologe John Barrow erweiterten die Skala. In seiner Version sind wir bei Stufe 3: Molekülmanipulation. Sie reicht bis Omega – Manipulation von Zeit und Raum.

Steigt die Erde auf der Skala? Und wie viel Energie braucht es?

Wir rücken langsam voran. Jede neue Energiequelle bringt uns näher an Typ 1.

„Mit jedem Kraftwerk steigen wir um 0,01 – von 0,72 auf 0,73 bei 26 % mehr Energie, roughly alle 5 Jahre“, erklärt Wright.

Futurist Michio Kaku schätzt Typ 1 in 100–200 Jahren. Typ 2: Tausende Jahre. Typ 3: über 100.000 Jahre.

Doch wie, wenn Energie die Umwelt schadet?

„Hoffentlich erweitern wir mit Erneuerbaren, vor allem Solar. Langfristig brauchen wir Weltraum-Solarkollektoren“, rät Wright.

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„Über 10-fache Energie verändert das Klima – selbst erneuerbar. Wir müssen sie im All erzeugen und nutzen.“

Unser Experte: Jason Wright

Jason Wright ist Professor für Astronomie und Direktor des Penn State Extraterrestrial Intelligence Center. Er forscht zu Sternen, Planeten und außerirdischer Industrie.

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