Eine aus der Luft durchgeführte Untersuchung der gefährdeten Orang-Utans in Sabah, dem malaysischen Bundesstaat im Nordosten Borneos, zeigt: In gut verwalteten Wäldern haben sich die Populationen stabilisiert, während sie in Regionen mit großen Palmölplantagen weiter rückläufig sind.
Das World Wide Fund for Nature (WWF) führte diese Studie durch – die bisher größte und umfassendste Erhebung zu Orang-Utans auf Borneo.
Lesen Sie mehr über Orang-Utans:
- Orang-Utans schließen werkzeugbasierte Lösungen schneller an als Menschenkinder
- Lernen Sie Tilda kennen: den Orang-Utan, der gelernt hat, die menschliche Sprache nachzuahmen
Die ausgedehnten Tieflandwälder Sabahs bieten Orang-Utans ihren idealen Lebensraum. In den letzten 50 Jahren führte jedoch massive Abholzung und Rodung für die Landwirtschaft zu einem dramatischen Rückgang ihrer Bestände.
Für die Studie untersuchten WWF-Experten ein Gebiet von fast 5.500 km². Anhand der gezählten Baumnester schätzen sie rund 10.000 Orang-Utans in der Region – darunter über 1.500 bisher unentdeckte Individuen in kleinen, verstreuten Gruppen.
Etwa 5.550 Tiere leben in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern oder im zentralen Hochland fern der Holzfäller. Hier sind die Zahlen seit 2002 stabil, was den Erfolg der Schutzmaßnahmen unterstreicht. In Wäldern nahe ausgedehnter Palmölplantagen sank die Population jedoch um bis zu 30 Prozent.
„Eine kürzlich durchgeführte Umfrage zu Orang-Utan-Populationen in Sabah im Nordosten von Borneo zeigte ein gemischtes Bild aus verschiedenen Regionen“, erklärt Donna Simon vom WWF. „Insgesamt hat die Forschung jedoch gezeigt, dass die Populationen in den letzten 15 Jahren stabil geblieben sind und dies bleiben können, solange wir konsequente Erhaltungsmaßnahmen umsetzen.“