Eine neu entdeckte Art des chinesischen Riesensalamanders gilt als die größte Amphibie der Welt. Forscher der Zoological Society of London (ZSL) und des Natural History Museums analysierten DNA aus einem Museumsexemplar und identifizierten neue Arten. Die einst als eine einzige Art (Andrias davidianus) geltenden chinesischen Riesensalamander werden nun als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Die Studie ergab drei genetisch unterschiedliche Abstammungslinien aus verschiedenen Flusssystemen und Gebirgen Chinas: Andrias davidianus, Andrias sligoi und eine noch zu benennende Art. Diese Unterschiede rechtfertigen die Klassifikation als separate Arten, wie die Autoren berichten.
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In der Fachzeitschrift Ecology and Evolution veröffentlicht, wird der Südchinesische Riesensalamander (Andrias sligoi) als größte der rund 8.000 lebenden Amphibienarten bestätigt.
Diese Art wurde bereits in den 1920er Jahren anhand eines im Londoner Zoo lebenden Exemplars aus Südchina vorgeschlagen. Dasselbe Tier, das 20 Jahre im Zoo verbrachte und nun im Natural History Museum konserviert ist, diente zur Definition der Merkmale.
Die dritte, unbenannte Art stammt aus der Huangshan-Bergkette im Osten Chinas und ist bisher nur aus Gewebeproben bekannt. Eine formelle Beschreibung steht aus.

Professor Samuel Turvey, leitender Autor der Studie vom ZSL-Institut für Zoologie, warnt: „Der Bestandsrückgang wilder chinesischer Riesensalamander ist katastrophal, vor allem durch Überfischung für den Verzehr. Dieses neue Wissen über ihre Artenvielfalt muss nun zu effektiven Schutzmaßnahmen führen, um verbliebene Populationen zu sichern.“
Einst weit verbreitet in Zentral-, Süd- und Ostchina, wurden 2016 fünf Exemplare von der britischen Border Force beschlagnahmt, die illegal importiert werden sollten. Eines, „Professor Lew“, lebt heute im ZSL London Zoo.