Europäische Ziegenmelker sind in mondhellen Nächten deutlich aktiver, wie GPS-Tracking-Daten belegen.
Experten der Universität Lund haben festgestellt, dass sich die nächtlichen Nahrungsbewegungen dieser Vögel in hellen Nächten „mehr als verdoppeln“.
Die Ergebnisse dieser experimentellen Studie, erschienen im Open-Access-Journal PLOS Biology, deuten darauf hin, dass die Vögel kurz nach Vollmond zur Migration neigen.
Forscher der Universität Lund betonen, dass ihre Arbeit unser Verständnis davon vertiefen könnte, wie Zugtiere ihre Bewegungen zeitlich koordinieren.
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Europäische Ziegenmelker besitzen ein hochentwickeltes Sehvermögen mit einer reflektierenden Schicht hinter der Netzhaut, die exzellente Nachtsicht ermöglicht.
Bekannt für ihren charakteristischen „Brummruf“ in der Dämmerung, sind sie im späten Frühling und Sommer in Südenglands Heidelandschaften, Mooren und offenen Wäldern häufig anzutreffen.
Kleinere Populationen finden sich in Wales, Nordengland und Südwest-Schottland.
Diese Zugvögel pendeln zwischen Nordeuropa und südlichem Afrika, verbringen den Winter in der südlichen Hemisphäre und kehren im späten Frühling zur Brut nach Europa zurück.

Gabriel Norevik, Postdoktorand an der Universität Lund, erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur PA: „Die Nachtökologie von Ziegenmelkern und vielen anderen nachtaktiven Tieren ist noch unterrepräsentiert. Wir wissen relativ wenig über die Ursachen und Folgen ihrer Entscheidungen.“
Das Team trackte die Bewegungen von 39 Ziegenmelkern mittels GPS-Geräten.
Zusätzlich setzten sie speziell entwickelte Tags ein, die Flügelschläge messen und so Flugmuster analysieren.
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Die Wissenschaftler unterschieden intermittierende Flugaktivität zur Nahrungssuche – Jagd nach fliegenden Insekten – vom intensiveren Zugflug.
In mondhellen Nächten verdoppelte sich die tägliche Nahrungsaktivität der Ziegenmelker.
Diese Steigerung führte zu einem klaren Zyklus: Die Vögel migrierten synchron etwa 10 Tage nach Vollmond.
Dr. Norevik ergänzt: „Wir untersuchten, wie der nächtliche Lebensstil die saisonale Migration beeinflusst. Ihre Abhängigkeit von schwachem Licht bei der Jagd könnte Vorbereitungsflüge einschränken.“
„Nach mondhellen Nächten neigen Ziegenmelker zur Fortbewegung. Unsere Ergebnisse könnten weltweit helfen, die zeitliche Planung von Milliarden wandernder Tiere besser zu verstehen.“