Gefragt von: Janine Kay, per E-Mail
Als Tierphysiologen mit langjähriger Expertise im Säugetiergehör wissen wir: Menschen nehmen Frequenzen bis etwa 20 kHz wahr, Hunde hingegen bis zu 45 kHz. Fast alle Säugetiere übertreffen andere Wirbeltiere deutlich – Fische, Amphibien und Reptilien hören nur bis rund 5 kHz, Vögel bis 8–12 kHz.
Dieses überlegene Hochfrequenzgehör dient nicht primär der Kommunikation, da Säugetiere Töne wahrnehmen können, die sie selbst nicht erzeugen. Stattdessen ist es eine evolutionäre Meisterleistung zur präzisen Ortung von Geräuschen. Durch 'binaurales Spektraldifferenz-Cueing' vergleichen die Ohren die Frequenzprofile eines Tons beidseitig. Der Kopf 'schattet' das fernere Ohr ab, absorbiert höhere Frequenzen stärker als niedrigere.
Bei kleineren Köpfen wirkt diese Schattung bei niedrigen Frequenzen schwächer, weshalb ein höheres Hörvermögen nötig ist. Mäuse erreichen bis 90 kHz, Elefanten kommen mit 10 kHz aus. Hunde liegen dazwischen – dank ihrer mittelgroßen Köpfe im Vergleich zu uns Menschen.
Weiterlesen:
- Wissen Blindenhunde, dass ihr Herrchen blind ist?
- Haben Hunde Träume?
- Warum jagen Hunde ihren Schwanz?