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Hoffnung für das Nördliche Breitmaulnashorn: Dritter Embryo könnte Unterart vor Aussterben retten

Forscher haben einen weiteren lebensfähigen Embryo des hochbedrohten Nördlichen Breitmaulnashorns erzeugt. Ziel ist es, die Unterart mit nur noch zwei lebenden Weibchen zu erhalten.

Dieser Embryo ist der dritte, der im Labor aus Eizellen der verbliebenen Weibchen und gefrorenem Sperma verstorbener Männchen gewonnen wurde. Er wird derzeit in flüssigem Stickstoff konserviert und soll in den kommenden Monaten in eine Leihmutter – ein Südliches Breitmaulnashorn – eingepflanzt werden.

„Es ist erstaunlich, dass wir durch fortschrittliche Wissenschaft den tragischen Verlust dieser Unterart rückgängig machen können“, betonte Kenias Wildtierminister Najib Balala in einer Erklärung des Kenya Wildlife Service. Beteiligt sind Naturschützer aus Kenia, der Tschechischen Republik, Deutschland und Italien.

Das langfristige Ziel: Eine Herde von mindestens fünf Tieren aufzubauen, die in den natürlichen Lebensraum in Afrika zurückkehren kann. Dies könnte jedoch Jahrzehnte dauern. Die beiden übrigen Weibchen, Najin und Fatu, leben in Kenia. Alle drei Embryonen stammen aus Eizellen von Fatu.

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„Nun wird das Team alles daransetzen, dasselbe Ergebnis für die 30-jährige Najin zu erzielen, bevor es zu spät ist“, erklärte Thomas Hildebrandt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Deutschland.

Das Verfahren hat sich als sicher und wiederholbar erwiesen, solange die Tiere nicht zu alt sind. Nächster Schritt: Auswahl einer geeigneten Leihmutter unter den Südlichen Breitmaulnashörnern im kenianischen Ol Pejeta Conservancy, so der kenianische Wildtierminister.

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Jahrzehntelange Wilderei hat Nashornarten schwer getroffen. Die Hörner werden als Schnitzmaterial genutzt und in der traditionellen chinesischen Medizin fälschlicherweise als Heilmittel geschätzt.

Das letzte Männchen, der 45-jährige Sudan, erlangte 2017 Bekanntheit – er wurde in der Tinder-App als „The Most Eligible Bachelor In The World“ für eine Spendenaktion gelistet. Sudan, benannt nach seinem Geburtsland Sudan, wurde 2018 aufgrund altersbedingter Leiden eingeschläfert.