- Die Population der afrikanischen Spitzmaulnashörner erholt sich allmählich durch gezielte Schutzmaßnahmen.
- Strafverfolgung und Populationsmanagement sorgen für ein jährliches Wachstum von 2,5 %.
- Die erfolgreichste Unterart gilt nun als "gering bedroht", andere bleiben jedoch vom Aussterben gefährdet – weitere Anstrengungen sind essenziell.
Die Population der stark gefährdeten afrikanischen Spitzmaulnashörner nimmt dank enormer Schutzinitiativen langsam zu. Eine aktuelle Aktualisierung der International Union for Conservation of Nature (IUCN) zeigt ein jährliches Wachstum von 2,5 Prozent.
Zwischen 2012 und 2018 stieg die Zahl von geschätzten 4.845 auf 5.630 Tiere. Dieser Erfolg ist auf anhaltende Strafverfolgungsmaßnahmen und effektives Populationsmanagement zurückzuführen, darunter die Umsiedlung ausgewählter Nashörner in neue Schutzgebiete.
Dr. Grethel Aguilar, amtierende Generaldirektorin der IUCN, betonte: "Während Afrikas Nashörner keineswegs vor dem Aussterben sicher sind, ist die anhaltende langsame Erholung der Spitzmaulnashörner-Populationen ein Beweis für die immensen Anstrengungen in den Verbreitungsstaaten – und eine starke Erinnerung daran, dass Naturschutz wirkt."
Sie ergänzte: "Gleichzeitig gibt es keinen Grund zur Selbstzufriedenheit, da Wilderei und illegaler Handel weiterhin drohen. Anti-Wilderei-Maßnahmen und proaktives Management müssen mit nationaler und internationaler Unterstützung fortgesetzt werden."
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Bevölkerungsmodelle der IUCN prognostizieren einen weiteren moderaten Anstieg in den kommenden fünf Jahren.
Das südwestliche Spitzmaulnashorn wurde dank ausreichenden Wachstums in den letzten drei Generationen neu als "nahezu bedroht" eingestuft. Die südöstliche und östliche Unterart gelten jedoch weiterhin als vom Aussterben bedroht aufgrund dramatischen Rückgangs in den 1970er- und 1990er-Jahren.
Afrikas Breitmaulnashörner bleiben auf der IUCN-Roten Liste als "potenziell gefährdet" klassifiziert.
Trotz anhaltender Wilderei als Hauptbedrohung haben resolute Maßnahmen von Regierungen, privaten Landbesitzern und Gemeinden positive Effekte erzielt, wie die IUCN hervorhebt.
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Die Wilderei ist seit dem Höchststand 2015 (mindestens 1.349 Fälle) rückläufig: 2018 wurden mindestens 892 Nashörner getötet – eines alle 10 Stunden.
Dr. Richard Emslie, Koordinator der IUCN African Rhino Specialist Group, erklärte: "Bei anhaltendem Rückgang der Wilderei wird sich dies positiv auf die Populationen auswirken. Weitere Investitionen sind unerlässlich, um diesen Trend zu sichern."
Die Rote Liste aktualisiert: Über 31.000 von 116.177 bekannten Arten sind vom Aussterben bedroht.