DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Das bahnbrechende Experiment: Wie Bakterien Magengeschwüre verursachen – Nobelpreis 2005

1981 fiel dem australischen Pathologen Robin Warren bei der Untersuchung von Biopsien von Magengeschwür-Patienten etwas auf: gekrümmte Bakterien und eine hohe Anzahl weißer Blutkörperchen auf den Objektträgern. Er konsultierte den jungen Kliniker Barry Marshall (siehe Bild oben), der gerade seine gastroenterologische Rotation absolvierte.

Sie kultivierten das Bakterium unter speziellen Bedingungen und gelangten schließlich zu einem Durchbruch.

Mehr zur Krankheitsgeschichte:

  • Epidemiologie: Die Geschichte von Krankheiten und Epidemien (Teil I, vor dem 20. Jahrhundert)
  • Epidemiologie: Die Geschichte von Krankheiten und Epidemien (Teil II, nach dem 20. Jahrhundert)
  • Robert Koch: Wie er einen der größten Mörder des 19. Jahrhunderts identifizierte
  • 10 wichtige Wissenschaftler für unser Verständnis von Krankheiten
  • Eine Zeitleiste der Entdeckungen

Marshall trank eine Lösung mit dem Bakterium, um es selbst zu testen. Bald entwickelte er Symptome einer akuten Magenentzündung. Eine Gastroskopie offenbarte die typischen Anzeichen einer beginnenden Geschwürbildung.

Überzeugt, dass dieses Bakterium – Helicobacter pylori – für die weit verbreiteten Magengeschwüre verantwortlich ist, kämpften sie um Anerkennung in der Fachwelt.

Die gängige Lehrmeinung hielt den Magen für zu sauer für Bakterienwachstum. Doch Antibiotika- und Wismut-Behandlungen zeigten beeindruckende Erfolge. Die Wissenschaftsgemeinde akzeptierte schließlich die Entdeckung.

Ihr einfaches, aber elegantes Experiment erinnerte an die Methoden des 19. Jahrhunderts und führte zu unerwarteten Erkenntnissen. 2005 erhielten Warren und Marshall den Nobelpreis für Medizin. Die Natur birgt oft Überraschungen, die durch klassische Ansätze ans Licht kommen.