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Studie der University of Glasgow: Fledermäuse bergen kein höheres Virusrisiko für Menschen als andere Tiere

Neue Forschungsergebnisse widerlegen die Annahme, dass Fledermäuse ein besonders hohes Risiko für die Übertragung von Viren auf den Menschen darstellen.

Experten haben festgestellt, dass das Potenzial zoonotischer Viren – also Krankheitserreger, die von Tieren auf Menschen überspringen – bei verschiedenen Tiergruppen weitgehend gleich ist.

Die Ergebnisse werfen Zweifel an der Idee auf, dass Fledermäuse, die als wahrscheinlicher Ursprung des Coronavirus SARS-CoV-2 gelten, Viren mit einer "erhöhten Neigung" produzieren, Menschen zu infizieren.

Eine vom University of Glasgow Centre for Virus Research geleitete Studie zeigt, dass der Anteil zoonotischer Viren in 11 großen Ordnungen von Vögeln und Säugetieren nicht signifikant variiert.

Stattdessen seien Eigenschaften der Viren selbst zuverlässigere Vorhersagefaktoren für Zoonosen als die Tierwirte.

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Dr. Daniel Streicker, Senior Research Fellow am Institute of Biodiversity, Animal Health and Comparative Medicine der University of Glasgow, erklärt: "Die Erkenntnis, dass mehrere hochkarätige Viren von Fledermäusen abstammen, hat enormes Interesse geweckt, ob ihre Ökologie oder ihr Immunsystem Viren begünstigt, die Menschen infizieren."

"Unser Befund zeigt, dass die Zahl zoonotischer Viren aus Fledermäusen der zu erwartenden Größe für jede Säugetiergruppe entspricht. Das stellt die These infrage, dass Fledermäuse besonders gefährliche Viren produzieren."

"Um zu klären, ob Fledermäuse etwas Besonderes sind, müssen wir prüfen, ob ihre Viren schwerere Erkrankungen verursachen oder sich besser im Menschen ausbreiten – das ist derzeit offen."

Die Studie, geleitet vom MRC-University of Glasgow Centre for Virus Research und dem Institute of Biodiversity, Animal Health and Comparative Medicine, erschien in Proceedings of the National Academy of Sciences.

Dr. Nardus Mollentze, Wissenschaftler am Centre for Virus Research, betont: "Fledermäuse bleiben wichtige Forschungsobjekte, wie Ursprünge von SARS-CoV-2 und Ebolaviren zeigen. Doch ihr Anteil an zoonotischen Viren ist nicht ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Säugetieren."

"Die Suche nach neuen Gefahren muss sich auf ein breiteres Spektrum von Arten erstrecken."

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"Unsere Studie unterstreicht die Notwendigkeit, virale Merkmale zu identifizieren, die Zoonosen vorhersagen. Das Wissen um Reservoire allein reicht nicht aus – selbst bei engen Verwandten des Menschen."

Finanziert von Wellcome, The Royal Society und The Medical Research Council.