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Experten warnen: Zu viel Verwöhnung in der Isolation verschlimmert Trennungsangst bei Hunden

  • Verhaltensforscher raten Hundebesitzern während der Selbstisolation, ihre Tiere nicht zu überhäufen.
  • Lange gemeinsame Zeit zu Hause kann ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen und Trennungsangst verstärken, wenn der Alltag wieder beginnt.
  • Eine Studie sieht Trennungsangst eher als Symptom unterliegender Frustrationen denn als eigenständige Diagnose.

Hundebesitzer sollten ihre Vierbeiner während der Coronavirus-Selbstisolation nicht mit übermäßiger Aufmerksamkeit überschütten, warnt Verhaltensforscher Prof. Daniel Mills von der University of Lincoln.

Längere Abwesenheit von der Arbeit kann Hunden ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln und sie anfälliger für Trennungsängste machen, sobald die Besitzer in den Arbeitsrhythmus zurückkehren.

Stattdessen empfehlen Experten, die Zeit sinnvoll zu nutzen, um das Selbstvertrauen der Hunde zu stärken.

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„Es gibt klare Daten und Klinikerberichte, dass Hunde nach längeren Phasen zu Hause – etwa bei Arbeitsunfähigkeit durch einen Bruch – ein höheres Risiko für Probleme beim Wiedereintritt ins Berufsleben haben“, erklärte Prof. Mills der Nachrichtenagentur PA.

„Viele von uns werden nun mit ihren Hunden zu Hause festsitzen. Nutzen Sie diese Chance für qualitativ hochwertige Zeit, ohne den Hund zu überverwöhnen. Statt sich mit Facebook und Nachrichten zu quälen, bauen Sie das Selbstbewusstsein Ihres Hundes auf.“

Eine aktuelle Studie zur Trennungsangst bei Hunden empfiehlt, den Zustand als Symptom tieferliegender Frustrationen zu betrachten, nicht als isolierte Diagnose.

Die Forscher identifizierten vier Hauptstressformen: Frustration durch Unzugänglichkeit von Haushaltsgegenständen, Bedürfnis nach Aktivität draußen, Reaktion auf externe Reize oder Langeweile.

Über 2.700 Hunde aus mehr als 100 Rassen wurden untersucht.

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„Es hilft nicht, destruktives Verhalten wie Hausunfälle als bloße Trennungsangst zu labeln“, ergänzt Prof. Mills. „Das ist der Start der Diagnose, nicht das Ende. Unsere Forschung zeigt: Frustration in vielfältigen Formen steht im Kern. Nur so gelingt eine effektive Therapie.“

Die Studie, publiziert in Frontiers in Veterinary Science, soll künftig die Rolle der Mensch-Hund-Beziehung bei trennungsbedingtem Fehlverhalten beleuchten.