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Virusübertragung von Tieren auf Menschen: Direkte Folge von Jagd, Handel und Habitatzerstörung – Studie

  • Der enge Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren durch Jagd, Handel, Lebensraumzerstörung und Verstädterung erhöht das Risiko einer Virusübertragung.
  • Nagetiere, Fledermäuse und Primaten gelten zusammen als Wirte für 75,8 % der zoonotischen Viren.
  • Zu den Top-10-Säugetierarten mit den meisten geteilten Viren zählen Hunde, Katzen, Pferde, Schweine und Rinder.

Angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie stellt sich die Frage, ob Infektionskrankheiten mit Umweltveränderungen zusammenhängen. Als Expertin für One-Health-Forschung und Leiterin des USAID PREDICT-Projekts an der UC Davis School of Veterinary Medicine hat Christine Kreuder Johnson neue Erkenntnisse präsentiert.

Forscher zeigen: Die Ausbeutung von Wildtieren durch Jagd, Handel, Zerstörung von Lebensräumen und Verstädterung schafft engen Kontakt und steigert das Risiko für Virensprünge auf den Menschen. Viele dieser Aktivitäten bedrohen zudem Wildtierpopulationen und erhöhen das Aussterberisiko.

In den Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht, bewertet die Studie das Spillover-Risiko bei Tierarten. Sie verdeutlicht, wie Prozesse, die zu Populationsrückgängen führen, gleichzeitig Virenübertragungen begünstigen.

Hauptautorin Christine Kreuder Johnson, Direktorin des EpiCenter for Disease Dynamics am One Health Institute, erklärt: „Das Überspringen von Viren aus Tieren ist eine direkte Folge unseres Umgangs mit Wildtieren und ihrem Habitat. Dadurch teilen sie ihre Viren mit uns. Diese Handlungen bedrohen Artenvielfalt und Spillover-Risiken zugleich – eine unglückliche Konstellation, wie wir sie derzeit erleben.“

Die Experten analysierten 142 bekannte zoonotische Viren und potenzielle Wirtstiere. Mithilfe der IUCN-Roten Liste untersuchten sie Häufigkeiten, Aussterberisiken und Ursachen für Rückgänge – und entdeckten klare Trends in unserer historischen Interaktion mit Tieren.

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Domestizierte Tiere wie Vieh, Hunde und Katzen teilen mit uns am meisten Viren – achtmal mehr als wilde Säugetiere. Dies resultiert aus jahrhundertelanger enger Koexistenz.

Auch Wildtiere, die sich in menschendominierten Gebieten vermehrt haben, bergen höhere Risiken, etwa Nagetiere, Fledermäuse und Primaten nahe Siedlungen, Häusern oder Farmen.

Bedrohte Arten werden oft intensiv von Menschen betreut, um Populationen zu retten – was Kontakt erhöht. Fledermäuse sind wiederholt mit schweren Erregern wie SARS, Nipah, Marburg und Ebola verbunden.

Johnson betont: „Wir müssen unseren Umgang mit Wildtieren überdenken, um solche Aktivitäten zu minimieren. Sicher koexistieren lernen – Wildtiere bieten unzählige Viren.“