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Zoonosen: So springen Viren von Tieren auf Menschen über

Jede Tierart beherbergt spezifische Viren, die sich optimal an diesen Wirt angepasst haben. Einige haben im Laufe der Evolution auf den Menschen übergegriffen – bekannt als zoonotische Viren.

Mit dem Wachstum unserer Populationen dringen wir zunehmend in unberührte Wildgebiete vor und kommen so häufiger mit Wildtieren in Berührung. Viren übertragen sich durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut, Stuhl oder Urin – ähnlich wie bei Mensch-zu-Mensch-Übertragungen.

Viren sind hoch spezialisiert auf ihren Wirt, weshalb ein Artenwechsel selten ist. Er geschieht meist zufällig und erfordert intensive Exposition gegenüber dem Erreger.

Anfangs ist das Virus im neuen Wirt oft ineffizient und breitet sich schlecht aus. Doch durch Mutationen kann es sich anpassen und besser geeignete Varianten hervorbringen.

Bei Zoonosen – dem Übertritt auf einen neuen Wirt – verursachen Viren häufig schwerere Erkrankungen. Ursprüngliche Wirte haben durch Koevolution Immunitäten entwickelt, neue Wirte jedoch nicht. Kontakt mit Fledermäusen kann bei uns Tollwut oder Ebola auslösen, während die Tiere milder betroffen sind.

Fledermäuse gelten als wahrscheinliche Ursprungsquelle für drei Coronaviren: SARS-CoV (2003), MERS-CoV (2012) und SARS-CoV-2 (COVID-19-Pandemie). Der Sprung erfolgte über Zwischenwirte – bei SARS-CoV-2 möglicherweise Schuppentiere –, was weitere Forschung erfordert.

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