Die Eröffnungsszene des Films Jaws würde wissenschaftlich gesehen ganz anders aussehen. Jüngste Forschungen zeigen, dass Weiße Haie mehr Zeit mit der Nahrungssuche nahe dem Meeresboden verbringen, als lange angenommen.
„Das Bild der Rückenflosse über der Wasseroberfläche während der Jagd ist ein Mythos“, erklärt Richard Grainger, Doktorand an der University of Sydney und Hauptautor der Studie.
Grainger und sein Team führten die erste detaillierte Analyse der Ernährungsgewohnheiten junger Weißer Haie durch. Sie untersuchten Mageninhalte von 40 Tieren und identifizierten Beutetiere. Basierend auf deren Lebensräumen bestimmten sie präzise, wo die Haie jagen.
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„Weiße Haie ernähren sich abwechslungsreich“, betont Co-Autor Dr. Gabriel Machovsky-Capuska. „Neben ostaustralischem Lachs fanden wir Knochenfische wie Aale, Wittlinge, Meeräschen und Gräser.“
„Besonders wichtig sind Rochen, darunter bodenlebende Stachelrochen und Zitterrochen.“

Das einzige Säugetier in den Mägen war ein Delfin. Größere Beute wie Delfine oder andere Haie jagen junge Weiße Haie erst ab einer Länge von 2,2 Metern, so Grainger.
Je größer der Hai, desto fettreicher die Nahrung, wie die Studie ergab.
Die Mägen stammen von verstorbenen Tieren aus dem New South Wales Shark Meshing Program, das Mensch-Hai-Konflikte an 51 Stränden verhindert.
Die Ergebnisse unterstützen Artenschutz und besseres Verständnis des Zusammenlebens mit Menschen.