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Neue Studie: Aggressive Treibhausgasreduktionen essenziell, um Eisbären vor dem Aussterben zu schützen

Eine aktuelle Studie warnt: Das Schmelzen des Arktis-Meereises könnte das Überleben des Großteils der Eisbärenpopulation bis 2100 gefährden.

Forscher der University of Toronto in Kanada erklären, dass der durch den Klimawandel bedingte Verlust von Meereis die Bären ans Land treibt. Dort müssen sie aufgrund von Nahrungsknappheit auf ihre Fettreserven zurückgreifen.

Die im Fachjournal Nature Climate Change veröffentlichte Untersuchung fordert nun "aggressive" Kürzungen der Treibhausgasemissionen, um die Eisbären – die auf Meereis angewiesen sind, um ihre Beute zu jagen – vor dem Aussterben zu bewahren.

Die Experten nutzten Modelle zur Berechnung des Energiebedarfs von Eisbären während des Fastens, kritischer Überlebensschwellen sowie Prognosen zur Anzahl eisfreier Tage in der Zukunft.

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Diese Daten dienten der Abschätzung, wann Überlebensschwellen für 13 arktische Subpopulationen – die 80 Prozent aller Eisbären repräsentieren – überschritten werden.

Studienleiter Péter Molnár und Team stellten fest: Bei hohen Treibhausgasemissionen wird das Überleben in großen Teilen der Arktis aufgrund schwindenden Meereises unwahrscheinlich. Ein moderates Emissionsszenario könnte hingegen mehr Populationen retten.

"Letztlich erfordert der Schutz der Eisbären eine aggressive Minderung der Treibhausgasemissionen", betonen die Autoren.

Neue Studie: Aggressive Treibhausgasreduktionen essenziell, um Eisbären vor dem Aussterben zu schützen

Die Analyse zeigt: Jungtiere sind durch Fastenperioden am stärksten gefährdet, während alleinstehende adulte Weibchen am wenigsten betroffen sind. In manchen Subpopulationen könnten Schwellenwerte bereits überschritten sein.

Die Studie basiert auf einem Erdsystemmodell für Meereisentwicklung, berücksichtigt jedoch Unsicherheiten im Bärenverhalten und Energieverbrauch zwischen Populationen.

"Unser Modell spiegelt demografische Trends von 1979 bis 2016 wider und deutet an, dass Schwellen für Rekrutierung und Überleben in einigen Subpopulationen bereits erreicht sind", erläutern die Forscher.

"Bei hohen Emissionen droht ein massiver Rückgang von Fortpflanzung und Überleben, der bis 2100 alle bis auf wenige hocharktische Gruppen gefährdet."