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410 Millionen Jahre altes Fossil: Haie entwickelten knöcherne Skelette – und verloren sie wieder

Ein kürzlich entdecktes Fossil aus dem devonischen Zeitalter, vor 410 Millionen Jahren, könnte unser Verständnis der Hai-Evolution grundlegend verändern.

Die meisten heutigen Wirbeltiere besitzen ein Skelett aus festem Knochenmaterial. Haie, Rochen und verwandte Arten hingegen haben leichtere, flexiblere Knorpelskelette. Lange galt es als etabliert, dass Knorpelfische die ersten waren, während Knochenfische später evolvierten. Haie behielten dabei ihren knorpeligen Bau bei.

Das neue Fossil Minjinia turgenensis, entdeckt von einem internationalen Forscherteam, gehört zu den prähistorischen Panzerfischen (Placodermi) und steht in enger Verwandtschaft zum gemeinsamen Vorfahren von Haien und Knochenfischen. Beim Freilegen eines Schädelfragments inklusive Gehirnschale stellte sich heraus: Es bestand aus echtem Knochen. Dies legt nahe, dass Haie ursprünglich knöcherne Skelette besaßen, diese im Laufe ihrer 400 Millionen Jahre Evolution jedoch wieder ablegten – statt nie Knochen entwickelt zu haben.

410 Millionen Jahre altes Fossil: Haie entwickelten knöcherne Skelette – und verloren sie wieder

"Falls Haie knöcherne Skelette hatten und sie verloren, könnte das eine entscheidende evolutionäre Anpassung darstellen", erklärt Dr. Martin Brazeau, Mitforscher der Studie. "Haie besitzen keine Schwimmblase wie spätere Knochenfische, doch ein leichteres Skelett hätte ihre Beweglichkeit im Wasser gesteigert und Jagd in unterschiedlichen Tiefen ermöglicht. So wurden sie vor 400 Millionen Jahren zu einer der ersten global verbreiteten Fischarten und eroberten die Weltmeere."

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Frühe Fischfossilien stammen meist aus Amerika, Australien und Europa. Neuere Funde kommen aus China und Südamerika. M. turgenensis wurde in der Mongolei in bisher unerschlossenen Gesteinsschichten geborgen. Das Team analysiert nun weiteres Material, um die Hai-Evolution detaillierter zu rekonstruieren.