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Wie kamen die Galápagos-Riesenschildkröten auf die Inseln? Die wissenschaftliche Erklärung

Die Galápagos-Riesenschildkröten sind ikonische Symbole der Natur, die über 100 Jahre alt werden und bis zu 400 kg wiegen. Sie leben ausschließlich auf den Galápagos-Inseln im Pazifischen Ozean, rund 1.000 km von der nächstgelegenen Landmasse Ecuadors entfernt. Lange Rätsel umgab die Frage, wie diese Tiere dorthin gelangten.

Im frühen 19. Jahrhundert vermuteten Forscher, Seefahrer hätten die Riesenschildkröten von den Mascarene-Inseln im Indischen Ozean importiert. Moderne DNA-Analysen haben jedoch klargestellt, dass die Vorfahren der Galápagos-Schildkröten aus Südamerika stammen.

Ende des 19. Jahrhunderts schlug der Paläontologe Georg Baur eine Landbrücke vor, da Schildkröten als schlechte Schwimmer galten. 1923 testete der Naturforscher William Beebe dies, indem er eine Schildkröte von einer Yacht warf. Sie schwamm geschickt, streckte den Hals zum Atmen heraus, ertrank aber eine Woche später vermutlich durch zu viel Meerwasser. Beebe hielt eine Überquerung von Ecuador zu den Galápagos daher für unwahrscheinlich.

Zwei Schlüsselerkenntnisse stützen letztlich die Schwimmtheorie: Forschungen zur Plattentektonik seit der Mitte des 20. Jahrhunderts belegen, dass die Galápagos-Inseln vulkanisch aus dem Ozean aufstiegen – eine Landbrücke gab es nie. Zudem schwamm 2004 eine Aldabra-Riesenschildkröte aus dem Indischen Ozean 750 km nach Tansania, abgemagert und mit Seepocken bedeckt, aber lebend.

Heutige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Population vor etwa zwei Millionen Jahren etablierte, als eine schwangere weibliche Vorfahrin oder ein Brutpaar von Südamerika zu den Inseln schwamm oder trieb.

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