Als Naturschützer und Biologen beobachten wir besorgt das sechste Massensterben auf unserem Planeten, verursacht durch menschliche Aktivitäten, die Arten rasant verschwinden lassen. Kürzlich rückte der Igel in die Schlagzeilen: Im Vereinigten Königreich wurde der stachelige Insektenfresser als vom Aussterben bedroht eingestuft und in die Rote Liste britischer Säugetiere aufgenommen – eine offizielle Liste der IUCN. Zum Glück können wir noch viel tun, um diese beliebte Art zu schützen.
Könnte der Igel aussterben?
Unwahrscheinlich global. Experten der IUCN bewerten den Bedrohungsgrad nach strengen Kriterien: Der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) gilt weltweit als nicht gefährdet. In seinem weiten Verbreitungsgebiet – von Moskau bis zum Mittelmeer – bleibt er lokal häufig.
Dennoch mehren sich Bedrohungen. Ein Bericht von 2018 des People’s Trust for Endangered Species und der British Hedgehog Preservation Society schätzt: Seit 2000 sind über die Hälfte der ländlichen Igel und ein Drittel der städtischen Populationen in Großbritannien verschwunden. Dieser Rückgang qualifiziert die Art dort als „gefährdet“.
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Was sind die Hauptbedrohungen für Igel?
Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die intensive Landwirtschaft traditionelle Heckenlandschaften durch Monokulturen ersetzt, was Igel-Lebensräume zerstört und Insekten durch Pestizide dezimiert hat.
Moderne Gärten mit Terrassen, Kunstrasen und perfekter Ordnung – ironisch „ökologische Ordnungsstörung“ (ETD) genannt – bieten weder Nahrung noch Unterschlupf.
Roadkill ist ein Killer: Eine Studie der Nottingham Trent University schätzt jährlich bis zu 335.000 Igel-Tote auf britischen Straßen.
Was essen Igel?
Igel jagen nach Geruch: Käfer, Wanzen, Ohrwürmer, Asseln, Regenwürmer, Tausendfüßler, Schnecken und Larven – besonders Raupen und Schnakenlarven. Gelegentlich Vogeleier oder Fallobst. Als natürliche Schädlingsbekämpfer profitieren Gärtner und Landwirte.
Wildes Futter ist ideal, doch im Spätsommer/Herbst hilft Ergänzung: Getrocknete Mehlwürmer oder Fleischfutter für Katzen/Hunde. Keine Milch (Laktoseintoleranz!) und kein Brot, Pizza oder Kekse.
Es lockt auch Füchse an – kein Problem, da Studien der University of Brighton friedliche Koexistenz zeigen.

Wie gestalte ich meinen Garten igelfreundlich?
Städtische Gärten werden zu Rettern. Lassen Sie Rasen höher wachsen, Beete wild, Laub liegen und Komposthaufen anlegen. Vermeiden Sie Dünger, Herbizide und Schneckenkorn.
Beim Teich: Rampen für sicheres Trinken. Igelhäuser oder Hogitats sind gut, aber ein Laub-/Stroh-Haufen unter Büschen reicht.
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Was kann ich sonst tun, um Igel zu helfen?
Igel wandern bis 2 km pro Nacht und brauchen offene Räume. Schneiden Sie 13-cm-Löcher (CD-Größe) in Zäune für „Igel-Autobahnen“.
Fast eine Million haben eine Petition für Pflicht in Neubauten unterzeichnet. Der Igel, 2013 als beliebtestes Wildtier gewählt, profitiert von seiner Popularität. Bei Sorgen: britishhedgehogs.org.uk.