Als ob Riesenratten nicht schon faszinierend genug wären: Eine internationale Forschungsgruppe hat bestätigt, dass die afrikanische Schopfratte, ein kaninchengroßes Nagetier, ihr Fell mit hochgiftigen Stoffen imprägniert – potent genug, um sogar einen Elefanten zu gefährden.
Die Zusammenarbeit der Dearing Group, der National Museums of Kenya und des Smithsonian-Instituts ergab: Dies ist das einzige bekannte Säugetier, das Pflanzengifte speichert. Die Ratten kauen an toxischen Pflanzen, um die Gifte zu extrahieren. Ihre Resistenz gegen diese Stoffe, die in Ostafrika heimisch sind, wird noch erforscht.
Forscher wussten lange nicht, wie die Ratten so giftig werden. In einem speziellen Gehege beobachteten sie, dass die Tiere giftige Pflanzen kauen, das Gift ablecken und in ihr Fell einreiben. Mikroskopaufnahmen zeigen klare Unterschiede zwischen "normalem" und "giftigem" Fell an einzelnen Haaren.
Bei Bedrohung oder Erregung richten die Ratten ihre Haube auf und enthüllen skunkartige schwarz-weiße Streifen – Träger ihrer Verteidigung. Anders als Skunks versprühen sie kein Gift, sondern setzen auf abschreckendes Verhalten.
Dr. Sara Weinstein, Hauptautorin und Krankheitsökologin an der University of Utah, erklärt: Ein angreifendes Tier nimmt "einen Schluck dieser extrem starken Toxine" auf, die tödlich oder krankheitsverursachend wirken können. Überlebende Raubtiere meiden künftig solche Fellknäuel.
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Dieses Verhalten wurde zuvor nur bei einer Ratte beobachtet. Dr. Weinstein und Team untersuchten nun 25 Individuen. "Die konsistenten Muster bei vielen Tieren beweisen: Es ist kein Einzelfall, sondern normales Verhalten", betont sie.
Den Ratten boten die Forscher verschiedene Pflanzenzweige. Sie bevorzugten Cardenoliden – bittere, herzstillende Toxine aus A. schimperi – und bedeckten selektiv ihr Fell damit. Sie schnuppern und knabbern prüfend, nutzen ihren feinen Geruchssinn, um die Giftigkeit einzuschätzen.
Weitere Forschungen zu sozialen Interaktionen und mehr laufen. Weinstein: "So viele Fragen sind offen – spannend für uns und andere Experten."
Zukünftige Studien beleuchten Verhalten, Biochemie und DNA, um zu verstehen, wie Afrikanische Schopfratten (und ihre Flöhe) resistent bleiben. Soziale Strukturen könnten neue Einblicke in Rattenbeziehungen bringen.
Vorerst: Vorsicht vor flauschigen, hasenähnlichen Wildtieren! Sie mögen süß wirken, doch das Fell der Afrikanischen Schopfratte macht sie zu effektiven Verteidigern.