Es ist beeindruckend, was mit einfachen Gartengeräten, alten Aquarien und Gardinen möglich ist. Ein Projekt unter Leitung der Tierschutzorganisation Buglife und des Devon Wildlife Trust hat mit improvisierten DIY-Naturschutzwerkzeugen die gefährdete Schmalkopfameise (Formica exsecta) vor dem Aussterben bewahrt.
Die Zukunft dieser seltenen Ameise schien durch den Verlust ihres Heideland-Lebensraums düster. Die Population war auf einen einzigen Standort in Chudleigh Knighton bei Newton Abbot in Devon geschrumpft.
Ein dreijähriges Projekt mit lokalen Freiwilligen, Buglife, Devon Wildlife Trust, der Highways Agency und dem Paignton Zoo hat die Chancen der Ameise in Süd-Devon spürbar verbessert.
Das Team hat über 200 charakteristische, zum Scheitern verurteilte Neststrukturen der Ameisen geschaffen, restauriert, gepflegt und vernetzt. Zusätzlich wurden Rinder eingesetzt, um die Vegetation zu kontrollieren und Schatten sowie Verbuschung zu vermeiden.
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Mehrere Nester wurden zu ehemaligen Standorten bei Bovey Heathfield und Teigngrace Meadow umgesiedelt – mit Gartengeräten wie Kellen und Schubkarren, Dachpappenresten, alten Aquarien und Gardinen. Ein großes Nest transportierte ein geliehener Minibagger.
Die umgesiedelten Nester erhielten Apfelscheiben als Zuckerquelle zur Stärkung.
„Seit 18 Jahren setze ich mich für Formica exsecta ein“, erklärt Stephen Carroll, Project Officer bei Buglife im Back from the Brink-Projekt. „2004 erlebte ich den Zusammenbruch des letzten Nests am vorletzten Standort. Diese ersten Wiederherstellungsschritte sind unsere letzte Chance – und sie kamen gerade rechtzeitig.“
Erfolgreiche Ansiedlung zeigt sich, wenn die Ameisen Blattläuse um Honigtau plündern, weiter vordringen und nach Insekten, Aas oder Nistmaterial suchen, berichten die Experten.
Das Hauptprojekt ist abgeschlossen, doch „Nest Quest“ läuft weiter: Eine Bürgerumfrage auf der Buglife-Website sucht Meldungen zu Schmalkopfameisen-Nestern.