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T. rex' alligatorsgleicher Kiefer ermöglichte knochenbrechende Bisse: Neue Studie

Der furchteinflößende Tyrannosaurus rex konnte Knochen mühelos durchbeißen, weil ein Gelenk in seinem Unterkiefer stabil wie bei einem Alligator gehalten wurde – nicht flexibel wie bei Schlangen. Das ergibt eine bahnbrechende Studie von Paläontologen.

Forscher werfen damit neues Licht auf ein Rätsel rund um den berühmten Fleischfress-Dinosaurier, das Wissenschaftler lange beschäftigte.

Dinosaurier besaßen ein intramandibuläres Gelenk in der Mitte des Unterkiefers, wie es auch bei modernen Reptilien vorkommt. Frühere Analysen deuteten auf Flexibilität hin – ähnlich wie bei Schlangen oder Waranen –, die beim Festhalten zappelnder Beute half.

Es blieb jedoch unklar, ob diese Kiefer flexibel genug waren und gleichzeitig stark genug, um Knochen zu zermalmen – eine Fähigkeit, die Fossilienfunde bei T. rex belegen.

„Wir haben herausgefunden, dass diese Gelenke bei Dinosauriern wie T. rex wahrscheinlich gar nicht flexibel waren. Spezialisierte Knochen queren das Gelenk und versteifen den Unterkiefer“, erklärt John Fortner, Doktorand der Anatomie an der University of Missouri und Lead-Autor der Studie.

T. rex  alligatorsgleicher Kiefer ermöglichte knochenbrechende Bisse: Neue Studie

Das Team nutzte CT-Scans von Dinosaurierfossilien und modernen Reptilien, um ein präzises 3D-Modell des T. rex-Kiefers zu erstellen. Die Simulationen berücksichtigten Knochen, Sehnen und Muskeln, die sich um den Kiefer schlingen – anders als in früheren Arbeiten.

„Wir modellieren Dinosaurierkiefer revolutionär neu“, betont Fortner. „Wir sind die Ersten, die ein 3D-Modell eines Dinosaurier-Unterkiefers mit intramandibulärem Gelenk und umfassender Weichgewebsimulation schaffen.“

Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der American Association for Anatomy während der Experimental Biology (EB) 2021 vorgestellt, die virtuell vom 27. bis 30. April 2021 stattfand.

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Um die Flexibilität des Gelenks unter knochenbrechenden Kräften zu testen, simulierten die Experten Belastungen an verschiedenen Kieferpunkten.

Die Analysen zeigen: Der präartikuläre Knochen entlang der Kieferinnenseite wirkt als Spannungssenker, verhindert Gelenkbeugung und hält den Unterkiefer steif.

„Da Dinosaurierkiefer denen lebender Reptilien ähneln, nutzen wir deren Anatomie für präzise Modelle“, ergänzt Fortner. „Unsere Erkenntnisse über den T. rex-Kiefer beleuchten die Vielfalt moderner Reptilienfressweisen, von Krokodilen bis Vögeln.“