Schnell und agil waren Tyrannosaurus rex-Jungtiere in der Lage, mittelgroße Dinosaurier zu überflügeln und sie in die Auslöschung zu treiben, als die Art dominant wurde. Das glauben Paläontologen basierend auf neuer Forschung.
Frühere Studien deuteten darauf hin, dass diese Raubtiere vor etwa 80 Millionen Jahren an Nahrungsmangel scheiterten. Doch eine aktuelle Untersuchung im Canadian Journal of Earth Sciences macht junge Tyrannosaurier zu den Hauptverdächtigen.
"Früher in der Dinosauriergeschichte gab es in den meisten Ökosystemen vielfältige Fleischfresser – von fuchsähnlich kleinen bis zu gelegentlichen Riesen", erklärt Dr. Thomas Holtz, leitender Dozent für Geologie an der University of Maryland, USA.
"Zwischen 95 und 80 Millionen Jahren verschiebt sich das Bild: Elefantengröße Raubtiere wie Tyrannosaurier werden zu Apex-Prädatoren, während mittelgroße Jäger – Leopard- bis Büffelgröße – rar oder ganz abwesend sind."
Die Forscher analysierten Fossilienfunde aus 60 Dinosaurier-Gemeinschaften von vor 201 bis 66 Millionen Jahren. In 29 davon dominierten T. rex-ähnliche Tiere mit über 1.000 kg Gewicht als größte Räuber.
In diesen nordamerikanischen und zentralasiatischen Habitaten fehlten mittelgroße Raubtiere (50 bis 1.000 kg) in der Phase von 80 bis 66 Millionen Jahren fast vollständig.
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Holtz’ Team prüfte Veränderungen in der Beutegattung dieser Gemeinschaften. Sie suchten nach Anstiegen oder Rückgängen, die das Verschwinden mittelgroßer Räuber erklären könnten.
Ergebnis: Keine signifikanten Schwankungen in der Beutervielfalt. "Etwas füllt die ökologische Nische der vermissten Mittelmächtigen weiter aus", schlussfolgern die Experten.
Junge Tyrannosaurier – wendiger und schneller als ausgewachsene Exemplare – jagten vermutlich ähnlich wie mittelgroße Dinosaurier. Mit der Dominanz von T. rex übernahmen ihre Nachkommen diese Rolle und verdrängten Konkurrenten.
"Können wir annehmen, dass in diesen Gemeinschaften niemand mittelgroße Beute jagt? Nein", betont Holtz. "Jugendliche Tyrannosaurier haben diese Nische höchstwahrscheinlich besetzt."
Alternative: Eine andere Ursache eliminierte die Mittelmächtigen, und T. rex füllte die Lücke. Weitere Feldstudien sind nötig.
"Letztlich kommt es auf detaillierte Grabungen in Sedimenten aus dem Zeitraum 95 bis 80 Millionen Jahre an", fordert Holtz. "Mehr Fundstellen sind essenziell."
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