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Fossile DNA enthüllt: Zwergelefant schrumpft in 350.000 Jahren um 85 Prozent – beeindruckende Evolution

Internationale Paläontologen haben durch Analyse fossiler DNA entdeckt, dass die ausgestorbene Elefantenart Palaeoloxodon mnaidriensis ihre Körpermasse in nur 350.000 Jahren um fast 85 Prozent einbüßte und auf ein Fünftel ihrer ursprünglichen Größe schrumpfte. Sie entwickelte sich aus einem der größten Landtiere aller Zeiten.

Dieses markante Phänomen der Inselverzwergung führte dazu, dass die Art, die vor rund 19.000 Jahren ausstarb, über 8.000 kg Gewicht und fast 2 Meter Höhe verlor. Vom massiven Geradelephanten Palaeoloxodon antiquus mit bis zu 4 Metern Schulterhöhe und 10.000 kg Körpergewicht abgespalten, passte sie sich radikal an.

P. antiquus überragte selbst moderne Afrikanische Savannenelefanten: Ein Adultus hätte sein Kinn bequem auf dem Rücken eines Bullen ruhen lassen können.

Ein Team aus Experten der Nottingham Trent University, der Universitäten York und Cambridge sowie des Natural History Museums in London untersuchte molekulare Daten und Fossilien, um die Verzwergungsrate präzise zu berechnen.

Auf Sizilien lebend, verlor der Zwergelefant pro Generation bis zu 200 kg und 4 cm – über maximal 352.000 Jahre hinweg.

Zur Veranschaulichung: Dieser Größenverlust entspricht einem modernen Menschen, der die Statur eines Rhesusaffen annimmt, erklären die Forscher.

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"Das Ausmaß der Zwergenbildung aus diesem raschen Evolutionsprozess ist wirklich beeindruckend und führte zu einem Verlust von fast 85 Prozent Körpermasse bei einem der größten Landsäugetiere", betont Dr. Axel Barlow, Paläogenomik-Experte an der School of Science and Technology der Nottingham Trent University.

"Als Nachkommen von Riesen zählen die ausgestorbenen Zwergelefanten zu den faszinierendsten Beispielen der Insularevolution."

Der riesige Geradelephant P. antiquus bevölkerte vor 800.000 bis 40.000 Jahren das europäische Festland und erreichte Sizilien vermutlich vor 70.000 bis 200.000 Jahren. Die isolierte Inselumgebung beschleunigte die Evolution – ein klassisches Beispiel für "Evolution in Aktion" –, sodass P. mnaidriensis entstand.

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Die Verzwergung setzte ein, als sich der sizilianische Elefant vom Festlandverwandten isolierte.

Für die Studie analysierten die Wissenschaftler Überreste aus der Puntali-Höhle auf Sizilien (ca. 50.000 bis 175.000 Jahre alt), speziell ein Felsenbein-Stück des Schädels, das DNA besonders gut erhält.

"Durch die Kombination alter DNA mit paläontologischen Funden können wir evolutionäre Veränderungen zeitlich präzise datieren", erläutert Barlow.

Die Ergebnisse erschienen in der renommierten Fachzeitschrift Current Biology.