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Pavian-Studie mit GPS-Trackern: Kleinkinder zahlen den höchsten Preis für Gruppenzusammenhalt

Wissenschaftler haben bei einem Trupp wilder Olivenpaviane GPS-Tracker und Beschleunigungsmesser eingesetzt, um ihr Gruppenverhalten zu analysieren.

Die Ergebnisse zeigen: Reisen mit unterschiedlichen Altersgruppen und Fähigkeiten erfordert Kompromisse von allen – doch die kleinsten Paviane tragen die größte Last.

„Jeder, der mit einem Kleinkind unterwegs war, kennt die Herausforderungen, sich mit jemandem zu bewegen, der andere körperliche Fähigkeiten hat“, erklärt Erstautor Dr. Roi Harel, Ökologe am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie. „Kleine Individuen zahlen unverhältnismäßig hohe Kosten für den Gruppenzusammenhalt, weil sie am meisten davon profitieren.“

Pavian-Studie mit GPS-Trackern: Kleinkinder zahlen den höchsten Preis für Gruppenzusammenhalt

Das Team kooperierte mit Pavianen am Mpala Research Centre in Kenia. Leitende Autorin Prof. Meg Crofoot forscht seit fast einem Jahrzehnt vor Ort und war Pionierin bei der GPS-Tracking großer Primatenguppen.

Die Tracker erfassten Positionen, Schrittzahlen und Geschwindigkeiten. Größere Paviane machten längere Schritte, doch alle passten sich an: Sie verlängerten Schritte bei großen Gefährten und verkürzten sie bei Kleinen.

„Kleinere Individuen steigerten ihre Schrittfrequenz stärker, als größere sie verringerten“, berichten die Forscher in Proceedings of The Royal Society B.

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„Dominante Männchen beherrschen Einzelsituationen, doch kollektive Bewegungen folgen einem demokratischen Prozess“, betont Harel.

Die Studie vertieft das Verständnis gruppenlebender Tiere in der Wildnis und hat Implikationen für Gesellschaftsstrukturen.

„Wir können noch keine langfristigen Evolutionsmuster ableiten“, sagen Harel und Crofoot gegenüber BBC Science Focus. „Doch die Kosten lokomotorischer Kompromisse könnten Grenzen für Körpergrößenvielfalt in kohäsiven Gruppen setzen und erklären, warum einige Arten Spaltungs-Fusions-Gesellschaften bilden.“

Gruppenleben bietet Schutz vor Raubtieren, bessere Umweltinformationen und soziale Netzwerke. „Identische Mitglieder erleichtern das Zusammenleben, doch Vielfalt macht Pavian-Gesellschaften faszinierend – genau wie unsere eigenen“, so die Forscher.

Ähnliche Dynamiken zeigen Vogelschwärme. „Es könnte ein universelles Prinzip für laufende, schwimmende oder fliegende Arten sein“, spekulieren sie. „Meine Erfahrungen mit meiner Tochter bestätigen: Auch beim Menschen gilt das.“