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Klimawandel lässt britische Pflanzen einen Monat früher blühen – Studie der University of Cambridge

Der Klimawandel verursacht, dass britische Pflanzen zunehmend früher blühen. Eine umfassende Studie des Teams der University of Cambridge, basierend auf Aufzeichnungen seit 1753, zeigt: Das durchschnittliche Blütedatum hat sich seit 1986 um einen Monat vorverlegt – eng korreliert mit der steigenden globalen Temperatur.

Unter Leitung von Professor Ulf Büntgen vom Department of Geography der University of Cambridge analysierten die Forscher über 400.000 Datensätze aus der Citizen-Science-Plattform Nature’s Calendar. Seit dem 18. Jahrhundert tragen Gärtner, Wissenschaftler und Naturliebhaber in Großbritannien Beobachtungen zum Jahreszeitenwechsel bei. Seit 2000 kuratieren der Woodland Trust und das UK Centre for Ecology & Hydrology diese Daten, die heute rund 3,5 Millionen Einträge umfassen.

Die ausgewerteten 400.000 Records betreffen die ersten Blütedaten von 406 Arten – darunter Bäume, Sträucher, Kräuter und Kletterpflanzen – aus ganz Großbritannien. Verglichen wurden die Perioden 1752–1986 und 1986–2019 mit monatlichen Klimadaten. Ergebnis: Die Blütezeit hat sich um fast einen Monat verschoben.

Bei anhaltender Erwärmung könnte der Frühling in Großbritannien bereits im Februar beginnen, warnen die Experten.

„Wir nutzen vielfältige Umweltdaten, um Klimawandel-Effekte auf Arten zu untersuchen, doch die meisten Records decken nur wenige Arten in begrenzten Regionen ab“, erklärt Professor Ulf Büntgen, Hauptautor der Studie. „Für ein echtes Verständnis benötigen wir große Datensätze, die gesamte Ökosysteme über Jahrzehnte abbilden.“

Frühe Blüte birgt Risiken: Bei Obstbäumen kann Spätfrost Ernten vernichten. Größeres Problem ist das „ökologische Missverhältnis“: „Pflanzen, Insekten, Vögel und Wildtiere sind evolutionär synchronisiert“, so Büntgen. „Eine Pflanze blüht, lockt Insekten an, die wiederum Vögel anziehen. Wenn eine Komponente zu schnell voranschreitet, gerät das Gleichgewicht ins Wanken – mit potenziellen Artenverlusten, falls Anpassung zu langsam erfolgt.“

Nature’s Calendar ist öffentlich zugänglich: „Jeder im Vereinigten Königreich kann Beobachtungen zu Pflanzen und Tieren eintragen“, betont Büntgen. „Diese reiche Datenquelle, kombiniert mit Temperaturdaten, ermöglicht präzise Analysen zu Klimawandel-Effekten auf britische Ökosysteme.“

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