Es lauert eine ganze Population winziger Schwarzer Löcher im Kosmos, bereit, ihre Geheimnisse preiszugeben.
Ein internationales Team von Astronomen hat dies durch eine innovative Suchmethode entdeckt.
Diese kosmischen Riesen üben eine so immense Anziehungskraft aus, dass selbst Licht nicht entkommen kann. Sie entstehen typischerweise durch den Kollaps massereicher Sterne. Bisher bekannte stellare Schwarze Löcher wiegen mindestens das Fünffache der Sonnenmasse.
Unterhalb einer kritischen Masse kollabiert ein Stern jedoch zu einem kompakten Neutronenstern. Diese erreichen selten mehr als das Doppelte der Sonnenmasse – andernfalls würde ein Schwarzes Loch entstehen. So klafft eine Lücke zwischen den massereichsten Neutronensternen und den kleinsten bekannten Schwarzen Löchern, die bislang unbesetzt blieb.
Mehr zu Schwarzen Löchern:
- Kurze Fragen und Antworten: Was passiert mit dem Licht, das in ein Schwarzes Loch gesaugt wurde?
- Erstes Bild eines Schwarzen Lochs enthüllt
Die neue Technik nutzt Doppelsternsysteme, in denen ein Schwarzes Loch den verbliebenen Stern beeinflusst. Dies zeigt sich in Veränderungen des Lichtspektrums des Begleitsterns.
Basierend auf Daten des APOGEE-Projekts (Apache Point Observatory Galactic Evolution Experiment), das Spektren von rund 100.000 Milchstraßensternen aufnahm, analysierten die Forscher 200 Kandidaten.
Dabei stieß das Team auf einen roten Riesenstern, der ein Schwarzes Loch mit geschätzt 3,3 Sonnenmassen umkreist.
"Wir haben eine bahnbrechende Methode entwickelt, um Schwarze Löcher aufzuspüren", erklärt Prof. Todd Thompson von der Ohio State University, leitender Autor der Studie, "und möglicherweise das erste einer neuen Klasse massearmer Schwarzer Löcher identifiziert."
"Eine solche Population würde Aufschluss geben, welche Sterne explodieren, Schwarze Löcher oder Neutronensterne bilden. Es eröffnet ein spannendes Forschungsfield."