China hat internationalen Experten und Diplomaten einen beeindruckenden Test seines Mars-Landers präsentiert. Das Land positioniert sich zunehmend als Schlüsselpartner in globalen Weltraumvorhaben.
Der Test außerhalb Pekings simulierte präzise die Marsbedingungen mit einer Schwerkraft von nur einem Drittel der irdischen. Der Lander demonstrierte meisterhaft Schwebemanöver, Hindernisvermeidung und kontrollierte Landefähigkeiten.

China plant für 2021 den Start eines Landers und Rovers, um den Roten Planeten detailliert zu erforschen. Das aufstrebende Raumfahrtprogramm Pekings markierte 2019 einen Meilenstein mit der Landung einer Sonde auf der Mondrückseite – dem ersten Mal in der Geschichte.
Seit der ersten bemannten Mission 2003 hat sich Chinas Weltraumfähigkeit rasant weiterentwickelt. Das Land sucht aktiv Kooperationen mit europäischen Agenturen und anderen Partnern, trotz US-Restriktionen aus Sicherheitsgründen, die eine Beteiligung an der ISS verhindern.
Chinas Ambitionen wachsen: Es konkurriert mit USA, Russland und Europa und festigt seine Rolle als Raumfahrtnation. Parallel entsteht eine eigene, größere Raumstation mit Einladung internationaler Partner.
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Laut China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC), dem führenden Konzern des Programms, wich der Lander bei einem simulierten Niedrigschwerkraft-Abstieg sicher allen Hindernissen aus.

Das kühlschrankgroße Modell schwebte eine Minute lang an 36 Kabeln herab. Borddüsen mit rostfarbenem Ausstoß korrigierten den Kurs präzise.
"Nach dem Start dauert der Marsflug etwa sieben Monate. Der finale Landeabschnitt währt nur sieben Minuten – der riskanteste Teil der Mission", erläuterte Missionschefdesigner Zhang Rongqiao vor der 140 Meter hohen Testanlage.
Kürzliche Mondlandungsfehlschläge von Israel und Indien unterstreichen die Herausforderungen extraterrestrischer Landungen.

Das abgeschiedene Testgelände der CASC liegt eine Stunde nördlich der Großen Mauer bei Peking.
Gäste aus 19 Ländern, darunter Botschafter von Brasilien, Frankreich und Italien, wohnten der Präsentation bei.
"Dieser erste öffentliche Auftritt der Mars-Mission fördert internationalen Austausch und Kooperation", hieß es in der Mitteilung der China National Space Administration.