Wissenschaftler haben erstmals die Lebensdauer eines Neutrons – eines neutralen subatomaren Teilchens – mittels Weltraumdaten bestimmt.
Diese innovative Methode misst die Austrittsraten von Neutronen aus Merkur und Venus und könnte Aufschluss über die Entstehung des Universums vor rund 14 Milliarden Jahren geben.
Neutronen bilden den Kern fast jedes Atoms und zerfallen außerhalb desselben rasch in Elektronen und Protonen.
Zwei etablierte Labormethoden ergaben Werte unter 15 Minuten: Die 'Flaschen'-Methode berechnet 14 Minuten und 39 Sekunden, die 'Beam'-Methode neun Sekunden mehr.
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Die Ergebnisse, publiziert in Physical Review Research, könnten die langjährige Debatte beenden. Dr. Vincent Eke vom Institute for Computational Cosmology der Durham University erklärt: „Weltraumgestützte Methoden bieten die Chance, die Sackgasse zwischen den erdgebundenen Techniken zu durchbrechen.“
Ein internationales Team nutzte NASA-Messenger-Daten, um Neutronenaustrittsraten von Venus und Merkur zu analysieren. Die berechnete Lebensdauer: 13 Minuten, mit einer Unsicherheit von bis zu 130 Sekunden. Präzisere Messungen erfordern eine dedizierte Mission.

Dr. Jacob Kegerreis, ebenfalls vom Institute for Computational Cosmology, betont: „Obwohl Messenger für andere Zwecke konzipiert war, eigneten sich die Daten hervorragend. Die Sonde maß den Neutronenfluss über verschiedene Höhen, was den Verlauf mit der Entfernung zu den Planeten offenlegt.“
Als Nächstes planen die Forscher ein Präzisionsinstrument für zukünftige Missionen.