Renommierte Astrophysiker schlagen vor, dass der hypothetische Planet Neun kein gewöhnlicher Planet, sondern ein primordiales Schwarzes Loch sein könnte. Sie haben eine innovative Methode entwickelt, um diese Theorie zu prüfen.
Planet Neun wurde bisher nie direkt beobachtet. Doch seine Existenz könnte die anomalen Bahnen transneptunischer Objekte im äußeren Sonnensystem erklären. Letztes Jahr präsentierten Wissenschaftler aus Großbritannien und den USA die Hypothese, dass "Planet Neun" – auch Nibiru genannt – ein ursprüngliches Schwarzes Loch ist. Solche Objekte entstanden Bruchteile einer Sekunde nach dem Urknall und wären etwa grapefru tgroß, mit einer Masse von fünffach bis zehnfach der Erdmasse.

Zwei Astrophysiker der Harvard-Universität, darunter Prof. Avi Loeb, empfehlen nun, nach elektromagnetischen Ausbrüchen oder "Akkretionseruptionen" zu suchen. Diese entstünden, wenn das Schwarze Loch nahe eisige Objekte zerreißt und verschlingt.
Die Experten schlagen den Einsatz des Legacy Survey of Space and Time (LSST) vor. Dieses Projekt nutzt eine 3,2-Gigapixel-Kamera am Rubin-Observatorium in Chile, um den gesamten sichtbaren Himmel alle paar Nächte über 10 Jahre zu kartieren.
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"Das LSST bietet ein weites Sichtfeld und scannt den Himmel wiederholt nach transitorischen Eruptionen", erklärt Co-Autor Prof. Avi Loeb. "Andere Teleskope eignen sich für bekannte Ziele, doch wir kennen nur die grobe Region von Planet Neun."
"Die Außenbereiche des Sonnensystems sind unser Hinterhof", fügt Loeb hinzu. "Planet Neun zu entdecken wäre wie der Fund eines Cousins im Schuppen hinter dem Haus – von dem man nichts wusste."