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Zwei Riesen-Exoplaneten im faszinierenden Gravitationstanz um sonnenähnlichen Stern

Ein internationales Team von Astronomen hat zwei gigantische Exoplaneten beobachtet, die in einem beeindruckenden „Gravitationstanz“ umkreisen – weit entfernt von der Erde.

Die Entdeckung stammt vom Wide Area Search for Planets (WASP)-Konsortium. Die Planeten WASP-148b und WASP-148c umrunden einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Herkules, etwa 800 Lichtjahre entfernt.

Die Wissenschaftler erklären: Diese massiven Objekte spüren gegenseitig ihre Schwerkraft. Dadurch beschleunigt und verzögert sich der innere Planet WASP-148b, wenn er den äußeren WASP-148c überholt – ein Phänomen, das wie ein Tanz wirkt.

Neueste Exoplaneten-Entdeckungen im Überblick:

  • Zwei "Supererden" entdeckt, die einen nahen Stern umkreisen
  • Exoplanet mit geschmolzenem Eisenregen entdeckt
  • Der Mini-Neptun-Exoplanet K2-18b „könnte die richtigen Lebensbedingungen haben“

Prof. Andrew Collier Cameron von der University of St. Andrews, Mitglied des WASP-Teams, betont: „Das ist das erste Mal, dass wir zwei so eng interagierende Riesenplaneten entdeckt haben. Ihren Tanz von der Erde aus zu verfolgen, ist aufregend.“

Das Team, zu dem auch Experten der Open University und der University of Warwick gehörten, nutzte erdgebundene Instrumente – keine Weltraumteleskope.

WASP-148b wurde am Roque de los Muchachos-Observatorium auf La Palma (Kanaren) identifiziert. Das System wurde anschließend mit SOPHIE am Observatoire de Haute-Provence in Frankreich präzise vermessen.

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WASP-148b, vergleichbar mit Saturn in Größe und Masse, umkreist seinen Stern in 8,8 Tagen. WASP-148c, etwa halb so massiv wie Jupiter, braucht 34,5 Tage.

Dieses Umlaufverhältnis deutet auf eine nahe Resonanz hin, die die gravitative Wechselwirkung verstärkt. Beide Planeten zeigen Transits vor ihrem Stern, mit messbaren Beschleunigungen und Verzögerungen beim Vorbeiziehen – klarer Beweis für ihre Interaktion.

Die Forscher vergleichen es mit dem Schub für eine Schaukel: Perfekt getimt erzeugt es starke Schwankungen in Timing und Bahn.

Analyse zeigt: Beide Planeten bewegen sich in derselben Ebene, ähnlich wie im Sonnensystem.

Die Ergebnisse erscheinen in Astronomy & Astrophysics.