Als erfahrener Sternenbeobachter wissen wir: Mit den Jahreszeiten wechseln die sichtbaren Sterne am Himmel. Auf der Nordhalbkugel bleibt jedoch ein Fixpunkt bestehen – der Nordstern, oder Polaris, sein astronomischer Name. Er thront fast exakt über dem Nordpol, in perfekter Ausrichtung mit der Erdrotationsachse.
Während die Erde rotiert, wirkt Polaris stationär, sodass andere Sterne scheinbar um ihn kreisen. Tatsächlich handelt es sich bei Polaris um ein Dreifachsystem im Sternbild Kleiner Bär (Ursa Minor). Der hellste Stern darin ist ein gelber Überriese: mehr als fünfmal so massereich wie unsere Sonne und über 1.000-mal heller. Trotz einer Entfernung von rund 400 Lichtjahren zählt er zu den 50 hellsten Sternen am Firmament.
Egal wo Sie auf der Nordhalbkugel sind: Polaris ist sichtbar. Der zuverlässigste Weg führt über den Großen Bär (Ursa Major) mit seinem markanten pfannenförmigen Asterismus – in Großbritannien "The Plough", in den USA "Big Dipper". Suchen Sie die vier Sterne der "Schüssel" und die drei des "Griffs".
Ziehen Sie eine gerade Linie durch die beiden Schüsselsterne, die dem Griff am fernsten sind. Folgen Sie ihr zu einem besonders hellen Stern – das ist Polaris!
Die Erdachse neigt sich und prätendiert wie ein Kreisel in einem Prozess namens Präzession. In einigen Tausend Jahren übernimmt Gamma Cephei im Sternbild Kepheus die Rolle des Nordsterns.
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