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Nobelpreis für Physik 2020: Penrose, Genzel und Ghez für bahnbrechende Schwarze-Löcher-Forschung

Sir Roger Penrose, renommierter britischer Mathematiker, erhält den Nobelpreis für Physik 2020 für seinen wegweisenden Beweis, dass Schwarze Löcher eine unvermeidbare Konsequenz von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie sind.

Penrose teilt sich den Preis mit den Astrophysikern Reinhard Genzel und Andrea Ghez. Sie haben nachgewiesen, dass ein unsichtbares, extrem massereiches Objekt die Sternbahnen im Zentrum unserer Milchstraße dominiert – die einzige plausible Erklärung: ein supermassereiches Schwarzes Loch.

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften kündigte am Dienstag an, dass Sir Roger die Hälfte des Preises in Höhe von 10 Millionen schwedischen Kronen (ca. 864.000 £) allein erhält, während Genzel und Ghez die andere Hälfte teilen.

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Sir Roger Penrose, geboren 1931 in Colchester, nutzte "geniale mathematische Methoden", um zu zeigen, dass Schwarze Löcher – diese superschweren Monster, die alles verschlingen – real entstehen können, erklärte das Nobelkomitee. Einstein selbst zweifelte an ihrer Existenz.

Im Januar 1965, zehn Jahre nach Einsteins Tod, bewies der emeritierte Professor am Mathematischen Institut der Universität Oxford, dass Schwarze Löcher eine Singularität in ihrem Kern bergen, wo die bekannten Naturgesetze versagen. Sein bahnbrechender Artikel gilt bis heute als der wichtigste Beitrag zur allgemeinen Relativitätstheorie seit Einstein, betonte das Komitee.

Die in Deutschland und den USA geborenen Professoren Genzel und Ghez leiten Teams von Astronomen, die seit den frühen 1990er Jahren die Region Sagittarius A* im galaktischen Zentrum beobachten.

Sie haben die Bahnen der hellsten Sterne präzise kartiert und ein unsichtbares, extrem schweres Objekt entdeckt, das diese Sterne mit atemberaubender Geschwindigkeit umkreisen lässt.

Nobelpreis für Physik 2020: Penrose, Genzel und Ghez für bahnbrechende Schwarze-Löcher-Forschung

In einem Raum nicht größer als unser Sonnensystem sind rund vier Millionen Sonnenmassen konzentriert.

Mithilfe der leistungsstärksten Teleskope der Welt entwickelten sie Techniken, um durch dichte Wolken aus Gas und Staub zum Milchstraßenkern zu blicken.

Ihre Pionierarbeit liefert den überzeugendsten Beweis für ein supermassereiches Schwarzes Loch in unserer Galaxie, urteilte das Komitee.

"Die Entdeckungen der Preisträger öffnen neue Pfade in der Erforschung kompakter, supermassereicher Objekte", sagte David Haviland, Vorsitzender des Nobelkomitees für Physik. "Doch diese exotischen Phänomene werfen Fragen auf – zu ihrem Inneren und zur Gravitationstheorie unter Extrembedingungen nahe eines Schwarzen Lochs."