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ESA und NASA investieren Milliarden in Mond- und Mars-Missionen: Die Zukunft der Raumfahrt

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat eine Investition in Höhe von mehreren Milliarden Euro für die robotische und bemannte Erforschung des Sonnensystems angekündigt. Dies erweitert den bereits bestehenden Beitrag Europas zum NASA-Artemis-Programm, das die Landung der ersten Frau und des nächsten Mannes auf dem Mond im Jahr 2024 vorsieht.

Die neuen Verträge im Wert von 2,9 Milliarden Euro unterstützen Artemis bei der Etablierung einer nachhaltigen Mondforschung durch Astronauten und heben die Mars-Erkundung auf ein neues Level – inklusive der Rückführung von Marsgestein zur Analyse auf der Erde.

Diese Beteiligung wurde durch Finanzierungsentscheidungen der Wissenschaftsminister der 22 ESA-Mitgliedstaaten in Sevilla, Spanien, ermöglicht. Nach zwei Verhandlungstagen genehmigten sie den ambitioniertesten Plan für die Zukunft der ESA und des europäischen Raumfahrtsektors.

"Die Entscheidungen in Sevilla waren wegweisend. Sie legen uns ein Programm für das kommende Jahrzehnt fest", erklärt David Parker, ESA-Direktor für menschliche und robotische Erforschung.

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Europa ist bereits am NASA-Orion-Raumschiff beteiligt, das Astronauten zum Mond und potenziell anderen Zielen transportiert. Das European Service Module (ESM) versorgt Orion mit Luft, Wasser und Strom, hält es auf Kurs und bei optimaler Temperatur. Die ESA liefert mindestens vier ESM, mit Option auf zwei weitere – ideal für Missionen zum Lunar Gateway, einer Mond-Umrlaubahnstation.

Die ESA verpflichtet sich zu zwei Gateway-Modulen: Das erste, das Internationale Habitat (I-Hab), ist ein druckbelüfteter Wohnbereich mit Docking-Ports, gefertigt von Thales Alenia Space in Italien, Start 2025.

Das zweite, ESPRIT (European System Providing Refueling, Infrastructure and Telecommunications), dient als Kommunikationsrelais zwischen Mondoberfläche und Erde, bringt Treibstoff für Betrieb bis in die 2030er und bietet eine spektakuläre Aussicht auf den Mond. Der Kommunikationsteil startet 2022, das Betankungsmodul und der Ausblick 2027. Bereits davor sind zahlreiche Mondaktivitäten geplant.

ESA und NASA investieren Milliarden in Mond- und Mars-Missionen: Die Zukunft der Raumfahrt

Im September veröffentlichte NASA ihren Plan für die erste Artemis-Phase, die 2024 mit einer bemannten Landung kulminiert.

"Ab nächstem Jahr kehren wir robotisch zum Mond zurück, in vier Jahren schicken wir Astronauten zur Oberfläche und bauen bis Ende des Jahrzehnts eine dauerhafte Präsenz auf", so NASA-Administrator Jim Bridenstine.

Artemis I (2021) testet das Space Launch System (SLS) mit unbemerkter Orion-Kapsel um den Mond. Artemis II (2023) wiederholt dies mit Besatzung.

In dieser Phase landen NASA, ESA und Partner Robotersysteme für Vorbereitungen. Prospect, ein Bohrer und Mini-Labor von Leonardo (Italien), fliegt auf Russlands Luna-27 (Start 2025) und analysiert polaren Mondboden mit Wasserreserven – essenziell für nachhaltige Erforschung.

Artemis III bringt Menschen zur Mondoberfläche – die anspruchsvollste Mission, mit engen Zeitplänen. NASA vergab Aufträge an drei Konsortien für Landefahrzeug-Designs.

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Unabhängig vom genauen Termin unterstützt die ESA via Lunar Pathfinder-Satellit (von Surrey Satellite Technology, UK) die Kommunikation – ESA finanziert damit teilweise das Projekt.

Die ESA prüft zudem den European Large Logistics Lander (EL3) mit Airbus (Deutschland). "Wir brauchen einen Mondtransporter für 1,5 Tonnen Nutzlast zur Unterstützung menschlicher Missionen", betont Parker.

EL3 landet Rover, Vorräte, Sauerstoff, Instrumente und Ressourcennutzungssysteme für Wasser- und Sauerstofferzeugung.

Bisher wirkten NASAs Mondpläne US-zentriert und politikabhängig. Nun zeigen internationale Partner wie ESA (stärkster), Kanada, Japan und Australien Robustheit.

ESA und NASA investieren Milliarden in Mond- und Mars-Missionen: Die Zukunft der Raumfahrt

Die NASA-Ankündigung betont breite US-Unterstützung: "Mit parteiübergreifender Kongress-Hilfe ist unser Mondvorstoß greifbar", sagt Bridenstine. "Wir verfeinern Budget und Architektur für Wissenschaft, Wirtschaft und Inspiration – als Sprungbrett zum Mars."

Vor bemannten Mars-Schritten: Robotermissionen. ESA und NASA arbeiten an Mars-Probenrückführung bis 2031.

NASAs Perseverance (Landung Feb. 2021) sammelt Proben. ESA verpflichtet sich zu Sample Fetch Rover (Airbus, UK) und Earth Return Vehicle (Airbus, Frankreich) für Rücktransport.

Diese Mission revolutioniert unser Mars-Verständnis und simuliert bemannte Flüge durch multiple Starts, Landungen und Starts. "Probenrückführung ist wissenschaftlich bahnbrechend und Modell für Mars-Menschen", sagt Parker. "Nach Jahren Planung ist es nun real – Europa ist voll dabei."