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Warum hat der Mars seine Atmosphäre verloren? Die wissenschaftliche Erklärung

Der Mars besitzt heute nur eine hauchdünne Atmosphäre: Das Volumen der Gase – hauptsächlich Kohlendioxid – beträgt weniger als 1 Prozent des Volumens der Erdatmosphäre. Geologische Spuren auf der Marsoberfläche belegen jedoch, dass der Rote Planet einst deutlich wärmer und feuchter war. Damals muss die Atmosphäre viel dichter gewesen sein und einen starken Treibhauseffekt erzeugt haben, der die Sonnenwärme speicherte.

Basierend auf Daten zahlreicher Missionen wissen wir: In seiner frühen Phase, bis vor etwa vier Milliarden Jahren, hatte der Mars ein starkes Magnetfeld – ähnlich wie die Erde erzeugt durch Konvektionsströme geschmolzener Metalle im Planeteninneren. Der Mars kühlte jedoch schneller ab, der Mechanismus erlahmte, und das globale Magnetfeld verschwand. Ohne diesen Schutzschild wurde der Planet anfälliger für den Sonnenwind: den Strom energiegeladener Teilchen aus der Sonne.

In nur wenigen hundert Millionen Jahren entriss der Sonnenwind den Großteil der Atmosphäre dem Mars. Dieser Prozess beschleunigte sich, da die junge Sonne schneller rotierte und damit einen intensiveren Wind erzeugte. Der Verlust der Atmosphäre markierte den Übergang vom warmen, feuchten Klima zum heutigen kalten, trockenen Zustand.

Die Erde hingegen behielt ihr Magnetfeld bei, das den Sonnenwind ablenkt und die Atmosphäre schützt. Dies ebnete letztlich den Weg für die Entstehung von Leben.

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