DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Verschollene Mondbäume in Großbritannien: Royal Astronomical Society startet Suche

In Großbritannien könnten bis zu 15 Bäume aus Samen wachsen, die während einer NASA-Mondmission im All waren. Experten rätseln jedoch über ihren Verbleib.

Vor fast 50 Jahren starteten rund 500 Samen verschiedener Baumarten ins All. Sie umkreisten mehrmals den Mond, bevor sie zur Erde zurückkehrten. Während die meisten dieser ikonischen 'Mondbäume' in den USA gepflanzt wurden, geht man davon aus, dass etwa 15 in Großbritannien landeten.

Die Royal Astronomical Society (RAS) und die UK Space Agency haben nun ein gemeinsames Projekt gestartet, um diese 'lebenden Stücke der Raumfahrtgeschichte' zu lokalisieren.

Die außergewöhnlichen Samen – von Arten wie Bergahorn, Loblolly-Kiefer, Amberbaum, Mammutbaum und Douglasie – wurden 1971 von den Apollo-14-Astronauten Alan Shepard, Edgar Mitchell und Stuart Roosa zum Mond und zurück transportiert.

'Wir wollen immer noch wissen, ob Samen von Apollo 14 nach Großbritannien gekommen sind und – falls ja – was mit ihnen passiert ist', erklärt Prof. Steve Miller, Vizepräsident der RAS.

Die RAS folgte diversen Hinweisen nach, ohne Erfolg. Weder Kew Gardens noch das Arboretum von Jodrell Bank führen Aufzeichnungen über diese Samen. Eine kürzlich von der NASA veröffentlichte Karte bekannter Mondbäume listet keine Standorte in Großbritannien auf.

Mehr zu Pflanzen im Weltraum:

  • Weltraumsalat: Schmeckt fantastisch und ist nun als sicher und nahrhaft bestätigt
  • Den Roten Planeten grün machen: Wie wir Getreide auf dem Mars anbauen werden

Großbritannien experimentierte selbst mit Weltraumsaaten: 2015 schickte Astronaut Tim Peake 2 kg Salatsamen zur Internationalen Raumstation (ISS).

Nach sechs Monaten im Orbit testeten Kinder aus Schulen landesweit, ob die Weltraumstrahlung – bis zu 100-mal intensiver als auf der Erde – die Keimung beeinflusst. Die Rucolasamen keimten langsamer und alterten empfindlicher, blieben aber lebensfähig.

Außerdem wachsen im Vereinigten Königreich sieben Apfelbäume, deren Setzlinge vom Baum unter Sir Isaac Newtons berühmter Gravitations-Erkenntnis abstammen und mit Major Peake zur ISS reisten.

'Das Versenden von Samen ins All hilft uns, die Effekte der einzigartigen Weltraumumgebung auf ihre Biologie zu verstehen', betont Libby Jackson, Human Exploration Manager bei der UK Space Agency. 'Dieses Wissen ist essenziell für zukünftige Missionen, um Leben jenseits der Erde zu ermöglichen.'

'Ich bin hochinteressiert, ob Mondsamen nach Großbritannien gelangten und was aus ihnen wurde.'

Über 60 Mondbäume leben derzeit weltweit. NASA berichtet zudem von Zweitgenerationen – sogenannten Half-Moon Trees – aus Mondbaum-Samen.

Tipps willkommen: Kontaktieren Sie press@ras.ac.uk oder twittern Sie an @royalastrosoc.