Hat das Universum einen Rand? Wenn wir mit „Universum“ alles meinen, was existiert, dann hat es keinen. Andernfalls hätten wir nicht alles erfasst.
Oft wird die Frage so gestellt: „Wenn sich das Universum ausdehnt, in was dehnt es sich aus?“ Das missversteht jedoch den Kern der kosmischen Expansion.
1915 präsentierte Albert Einstein in Berlin seine revolutionäre Allgemeine Relativitätstheorie, die Newtons Gravitation ablöste. 1916 wendete er sie auf das Universum an – die größte Massekonzentration, die er kannte.
Die Theorie ergab: Das Universum kann nicht statisch sein, es muss sich ausdehnen oder zusammenziehen. 1929 entdeckte der Astronom Edwin Hubble, dass Galaxien wie Trümmer einer Urknall-Explosion voneinander entfernen.

Die Expansion bedeutet: Der Abstand zwischen Galaxien wächst. Einsteins Gleichungen erlauben ein unendliches Universum ohne Rand oder eines, das sich wie die Oberfläche einer Kugel krümmt – ebenfalls randlos.
Im Krümmungsfall könnten wir bei ausreichend starken Teleskopen dieselben Galaxien auf gegenüberliegenden Himmelsseiten sehen.
Manche argumentieren mit dem Alter: Das Universum ist 13,82 Milliarden Jahre alt. Wir sehen nur Licht, das in dieser Zeit zu uns gelangt (ca. 2 Billionen Lichtjahre). Das beobachtbare Universum ist eine erdzen trierte Sphäre von rund 92 Milliarden Lichtjahren Durchmesser – dank der inflationären Ausdehnung unmittelbar nach dem Urknall.
Es endet am kosmischen Horizont, ähnlich dem Horizont auf See. Dahinter gibt es mehr Galaxien (vielleicht unendlich viele), deren Licht uns noch nicht erreicht hat.
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