2017 war ein Jahr der Hurrikane, das Amerika und die Karibik besonders schwer traf. Hurrikan Ophelia erreichte sogar Irland, und obwohl der Sturm Großbritannien verschonte, erlebten die Briten ein faszinierendes Naturschauspiel: Der Himmel glühte in einem unheimlichen Gelb, während die Sonne den ganzen Tag in intensivem Orange strahlte – ähnlich wie bei Sonnenaufgang oder -untergang. Viele Bewohner staunten und suchten nach Erklärungen. Wir sprachen mit der Meteorologin Helen Chivers vom Met Office, um Licht ins Dunkel zu bringen.
„Vielleicht haben Sie kürzlich einen ungewöhnlichen Temperaturanstieg für Mitte Oktober gespürt. Das lag an Südwestwinden aus Afrika, Spanien und Portugal, die vor Hurrikan Ophelia warme Luft bis zu den britischen Küsten trugen. Als Ophelia an Afrika vorbeizog, nahm der Sturm Sahara-Staubpartikel auf. Auf dem Weg nach Westeuropa sammelte er zudem Rauch aus Waldbränden in Nordiberien. Diese Partikel wurden hoch in die Atmosphäre emporgehoben und streuten das Licht: Blaues Licht wurde abgelenkt, sodass mehr gelbes und oranges Licht durchdrang. So entstand der gelbstichige Himmel und die orange Sonne“, erklärt Chivers.
Dieser Staub und Rauch in der Luft mag bedenklich klingen – doch Chivers betont: Die Partikel schwebten zu hoch, um gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier zu bergen. Wir konnten das beeindruckende Phänomen also bedenkenlos genießen.