Forscher des University College London (UCL) und der Universität Kopenhagen haben eine antiretrovirale Therapie entwickelt, die die Übertragung des HI-Virus vollständig verhindert.
In der PARTNER2-Studie mit fast 1.000 schwulen Paaren aus Europa – einem Partner HIV-positiv, dem anderen negativ – kam es trotz rund 80.000 ungeschützter Sexakte über acht Jahre zu keiner einzigen Übertragung. Basierend auf Kontaktart und -häufigkeit hätten die Experten etwa 500 Infektionen erwartet. Die Therapie hat diese effektiv verhindert.
„Unsere Ergebnisse stützen die internationale U=U-Kampagne: Unterdrückte Viruslast macht HIV nicht übertragbar“, erklärt leitende Forscherin Prof. Alison Rodger vom Institute for Global Health der UCL. Die Kampagne wird von über 780 HIV-Organisationen in 96 Ländern unterstützt und hilft, die Pandemie zu beenden, Stigmatisierung zu reduzieren und Diskriminierung zu bekämpfen.
Antiretrovirale Medikamente stoppen die Virusreplikation, erlauben die Erholung des Immunsystems und verhindern weitere Schäden. Die Viruslast – gemessen als Viruskopien pro Milliliter Blut – soll bei Therapiepatienten möglichst niedrig sein.
In PARTNER2 lag die Viruslast der HIV-positiven Teilnehmer unter 200 Kopien/ml („nicht nachweisbar“), was Übertragungen unmöglich macht. Ohne Therapie kann sie Millionen erreichen.
„Nun müssen wir die Botschaft verstärken und allen HIV-positiven Menschen Zugang zu Tests, Therapie, Adhärenz-Support und Pflege bieten“, betont Rodger.