Joy Milne gilt als „Super-Smellerin“ mit einem außergewöhnlich sensiblen Geruchssinn. Solche Talente werden oft von Parfüm- oder Weinproduzenten engagiert.
Bei ihrem Ehemann Les fiel ihr ein ungewöhnlicher Geruch auf. Zuerst vermutete sie mangelnde Hygiene, doch 12 Jahre später diagnostizierten Ärzte Parkinson. Den Zusammenhang erkannte sie erst in einer Parkinson-Selbsthilfegruppe, wo sie denselben Duft wahrnahm.
Seitdem kooperiert sie eng mit Forschern der Universität Manchester, um die chemischen Stoffe hinter diesem charakteristischen Geruch zu identifizieren. Ihre Arbeit könnte Diagnosen deutlich früher ermöglichen. Als Pionierin der Geruchsforschung beschreibt Joy Milne so den Duft bekannter Erkrankungen:
1Parkinson-Krankheit
Ein moschusartiger Geruch, der durch Bakterien und Hefen im Talg entsteht – einer Substanz, die bei Parkinson-Patienten übermäßig produziert wird und scharf riechen kann.
2Alzheimer-Krankheit
Milder menschlicher Moschusduft, ähnlich Roggenbrot. Die Haut verströmt einen cremigen Hefegeruch, der mit dem Fortschreiten der Erkrankung intensiver wird.
3Tuberkulose (TB)
Wie abgestandenes Bier – spürbar im Atem, veränderlich im Verlauf. Die Haut riecht nach nasser brauner Pappe und Salzlake.
4Diabetes
Süßlich mit Noten von Zitrus und cremiger Ananas. Der Duft schwankt tagsüber und spiegelt Glukoseschwankungen wider.
5Krebs
Hefig oder pilzartig, variierend je nach Krebsart. Selbst Remission nach Therapie lässt sich riechen.