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EEG-Scans enthüllen verborgenes Bewusstsein bei Koma-Patienten – Studie der Columbia University

Neurologen der Columbia University haben entdeckt, dass einige Patienten mit schweren Hirnverletzungen, die nicht mehr ansprechbar sind, ein verborgenes Bewusstsein behalten und eine bessere Chance auf Erholung haben.

Das Forschungsteam nutzte eine speziell entwickelte Software, um EEG-Daten von 104 nicht reagierenden Patienten zu analysieren. Sie suchten nach Mustern der Gehirnaktivität, nachdem die Patienten mehrmals aufgefordert wurden, ihre Hände zu öffnen und zu schließen. Die Hypothese: Auch ohne sichtbare Reaktion können diese Patienten Befehle verstehen und verarbeiten.

Nach Angaben der Studie zeigen fast jeder siebte hirnverletzte Patient auf Intensivstationen (ICU) innerhalb weniger Tage nach der Verletzung Anzeichen von verborgenem Bewusstsein. „Diese Studie zeigt, dass einige Patienten, die tagelang oder länger nicht reagieren, über ausreichende kognitive Fähigkeiten verfügen, um Befehle zu unterscheiden, und dass diese Patienten eine höhere Chance auf Genesung haben“, erklärt Dr. Jan Claassen, außerordentlicher Professor für Neurologie und Leiter der Studie.

„Eines der größten Probleme auf der Intensivstation ist die Vorhersage der Genesung – nicht nur des Überlebens – bei Patienten nach Hirnverletzungen. Seit den ersten Studien zu verborgenem Bewusstsein suchen wir nach praktischen Methoden, dies frühzeitig zu erkennen, wenn entscheidende Behandlungsoptionen gewählt werden.“

Innerhalb von vier Tagen nach der Verletzung zeigten 15 Prozent der nicht ansprechbaren Patienten bei mindestens einer EEG-Aufzeichnung Muster, die auf verborgenes Bewusstsein hindeuten. Von ihnen konnten 50 Prozent vor der Entlassung aus dem Krankenhaus verbalen Befehlen folgen – im Vergleich zu nur 26 Prozent ohne solche Aktivität.

EEG-Scans enthüllen verborgenes Bewusstsein bei Koma-Patienten – Studie der Columbia University

Ein Jahr später waren 44 Prozent der Patienten mit frühen EEG-Anzeichen unabhängig für bis zu acht Stunden am Tag aktiv, gegenüber 14 Prozent ohne. Etwa ein Drittel der Patienten starb in beiden Gruppen.

Forscher betonen, dass lebenserhaltende Maßnahmen bei scheinbar chancenlosen Patienten oft innerhalb der ersten Wochen abgesetzt werden – was zu schwierigen Gesprächen zwischen Familien und Medizinern führt.

„Obwohl unsere Studie klein war, zeigt sie, dass EEG – ein weltweit in fast jedem Krankenhaus verfügbarer Bettseitentest – die Behandlung akuter Hirnverletzungen revolutionieren könnte“, so Claassen.

Größere Studien sind nun notwendig, um die Methode zu validieren.