Die Art, wie jemand geht, kann helfen, den genauen Demenztyp zu diagnostizieren, wie Forscher der Newcastle University entdeckt haben.
Unsere Experten haben einzigartige Gehmuster bei Patienten mit Alzheimer oder Lewy-Körper-Demenz identifiziert, die subtile Unterschiede zwischen diesen Erkrankungen aufzeigen.
Menschen mit Lewy-Körper-Demenz weisen variierende Schrittzeiten und -längen auf sowie asymmetrische Bewegungen der linken und rechten Füße im Vergleich zu Alzheimer-Patienten.
Die Ergebnisse, publiziert in Alzheimer’s & Dementia: The Journal of the Alzheimer’s Association, gelten als erster Schritt, den Gang als Biomarker für Demenzsubtypen zu etablieren – mit Potenzial für personalisierte Therapien.
Dr. Riona McArdle, Postdoktorandin an der Medizinischen Fakultät der Newcastle University und Leiterin der von der Alzheimer Society finanzierten Studie, erklärt: „Der Gang spiegelt Veränderungen im Denken und Gedächtnis wider und kann auf Demenz hinweisen.“
„Für Kliniker ist eine präzise Demenzdiagnose entscheidend, um die passende Behandlung schnell einzuleiten. Diese Studie deutet an, dass Ganganalysen die diagnostische Toolbox bereichern könnten – für genauere Pflege und Therapie.“
Derzeit basiert die Diagnose von Alzheimer und Lewy-Körper-Demenz auf Symptomchecklisten und ggf. Gehirnscans.
In der Studie untersuchten Wissenschaftler das Gangverhalten von 110 Personen: 36 mit Alzheimer, 45 mit Lewy-Körper-Demenz. Im Gait Lab der Clinical Aging Research Unit in Newcastle gingen sie über eine sensorengestützte Matte, die Schritte präzise erfasste.
Alzheimer-Patienten zeigten stabile Muster, während Lewy-Körper-Demenz-Betroffene häufiger variierende Schrittzeiten und -längen aufwiesen – ein höheres Sturzrisiko erklärend.
Die Kombination aus Schrittlängen-Variabilität und Schrittzeit-Asymmetrie identifizierte 60 % der Demenzsubtypen korrekt – ein Novum. Weitere Forschungen zielen auf klinische Integration ab, mit NHS-Einsatz in fünf Jahren.
Dr. James Pickett, Forschungsleiter der Alzheimer’s Society: „Diese fundierte Studie zeigt erstmals, wie Gangmuster Alzheimer von Lewy-Körper-Demenz abgrenzen kann – wegweisend für präzise Diagnostik.“

„Finanziert von uns, etabliert diese Arbeit einen innovativen Ansatz für Demenzdiagnosen.“
John Tinkler, 70, aus Langley Park, County Durham, lebt seit drei Jahren mit Lewy-Körper-Demenz. Sein Gang – Schlurfen und Stolpern – führte zur Diagnose.
Seine Frau Jenny, Physiotherapeutin: „Die Studie ist vielversprechend, da sie schnelle Zuordnung zum richtigen Behandlungsprogramm ermöglicht.“
„Ein klarer Demenztyp verbessert das Verständnis der individuellen Bedürfnisse erheblich.“