Eine neue Studie zeigt: Menschen, die nahe dem Meer leben, weisen unabhängig vom Haushaltseinkommen eine bessere psychische Gesundheit auf als jene, die weiter entfernt wohnen.
Forscher der University of Exeter betonen, dass Küstenlage besonders in den ärmsten Gemeinden Englands das Wohlbefinden fördert.
In ihrer Analyse von Umfragedaten zu 25.963 Personen untersuchten sie die Effekte von Küstenaufenthalten auf das Wohlbefinden. Nach Abgleich relevanter Faktoren ergab sich: In Städten und Großstädten an der Küste profitieren Haushalte mit niedrigem Einkommen besonders von besserer psychischer Gesundheit.
Personen weniger als einen Kilometer von der Küste entfernt haben etwa 22 % geringere Wahrscheinlichkeit für Symptome psychischer Störungen im Vergleich zu denen über 50 km entfernt.
Bei Geringverdienern sinkt dieses Risiko sogar um rund 40 % – ebenfalls im Vergleich zu Gleichverdienenden fern der Küste.
In England leiden etwa einer von sechs Erwachsenen unter psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen, die vor allem in ärmeren Schichten häufiger auftreten.
Die Ergebnisse, publiziert im Journal Health & Place, deuten darauf hin, dass Küstenzugang gesundheitliche Ungleichheiten in Küstenstädten mildern könnte. Basierend auf Daten des Health Survey for England verglich die Studie Gesundheit und Küstennähe.

Die Forscher ergänzen wachsende Evidenz, dass "blaue Räume" – insbesondere Küsten – Gesundheit und Wohlbefinden steigern.
Dr. Jo Garrett, Leiterin der Studie: "Unsere Forschung zeigt erstmals, dass Geringverdiener in Küstennähe weniger psychische Symptome haben. Diese 'Schutzzone' könnte gleiche Chancen bei der psychischen Gesundheit schaffen, unabhängig vom Einkommen."
Dr. Mathew White, Umweltpsychologe an der University of Exeter: "Solche Erkenntnisse sind entscheidend, um Politiker zum Schutz und Ausbau von Küstengebieten zu bewegen."
"Wir müssen Entscheidungsträgern zeigen, wie sie Wohlfahrtsvorteile blauer Räume maximieren und inklusiven Zugang für alle sichern – ohne die empfindliche Küstenumwelt zu gefährden."