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Kontroverse Richtlinien: Kein Bedarf, Verzehr von rotem Fleisch zu reduzieren

Experten empfehlen, den Genuss von Steak, Wurst und Speck fortzusetzen. Sie sehen keinen überzeugenden Beweis, dass rotes oder verarbeitetes Fleisch Krebs verursacht.

In einem umstrittenen Papier bewerteten Forscher die Evidenz zu Gesundheitsrisiken von rotem Fleisch als schwach. Sie raten, beim üblichen Verzehr von drei bis vier Portionen pro Woche zu bleiben.

Diese Haltung widerspricht Empfehlungen von Organisationen wie dem World Cancer Research Fund (WCRF), der verarbeitetes Fleisch meiden und rotes Fleisch auf drei Portionen wöchentlich beschränken rät.

Das WCRF hat mit der WHO und anderen Experten eine Taskforce gebildet, um auf aktuelle Daten hinzuweisen: Es gibt starke Hinweise auf einen Zusammenhang mit Darmkrebs.

Das britische Gesundheitsministerium (DHSC) empfiehlt, bei mehr als 90 g täglich auf unter 70 g zu reduzieren.

Schon 2015 klassifizierte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO rotes Fleisch als "wahrscheinlich krebserregend" und verarbeitetes als "krebserregend".

Die WCRF betont: Verarbeitetes Fleisch vermeiden, rotes auf maximal drei Portionen pro Woche.

In der neuen Studie der Annals of Internal Medicine urteilten 14 internationale Experten die Evidenz als "sehr geringe Qualität". Sie fanden ähnliche Risiken wie andere, halten sie aber für zu schwach, um Verhaltensänderungen zu fordern.

Studienleiter Bradley Johnston von der Dalhousie University (Kanada): "Wir können nicht sicher sagen, dass rotes oder verarbeitetes Fleisch Krebs, Diabetes oder Herzkrankheiten verursacht."

Die Empfehlung – für die Mehrheit weiter drei- bis viermal wöchentlich essen – widerspricht gängigen Richtlinien. Johnston: In 12 RCTs mit 54.000 Teilnehmern kein signifikanter Nutzen durch Reduktion.

Die Beweislage sei "gering bis sehr gering". Empfehlung: Schwach, für die meisten fortsetzen.

Dr. Giota Mitrou (WCRF): Diese Interpretation gefährdet Menschen. Bleiben Sie bei maximal drei Portionen rotem Fleisch, verarbeitetes vermeiden.

WCRF, AICR, IARC u.a. fordern Begrenzung und kritisieren die neue Lesart.

Dr. Nigel Brockton (AICR): Unsere Methodik ist stringent; höherer Verzehr erhöht Darmkrebsrisiko.

Kontroverse Richtlinien: Kein Bedarf, Verzehr von rotem Fleisch zu reduzieren

Prof. Tim Key (Oxford): Starke Evidenz für verarbeitetes Fleisch als krebserregend; neue Studie widerspricht Konsens.

Dr. David Nunan (Oxford): Ergebnisse robust, Nutzen gering und populationswirksam fraglich.

Dr. Marco Springmann (Oxford): Verzerrte Darstellung der Evidenz.

Eine Oxford-Studie (April) zeigte: Schon eine Scheibe Speck täglich erhöht Darmkrebsrisiko. Drei Scheiben statt einer: +20 %. Bei 21 g/Tag: 40/10.000 Fälle; bei 76 g: 48.

Cancer Research UK: Ca. 5.400 der 41.804 jährlichen Fälle in UK vermeidbar ohne verarbeitetes Fleisch.

Emma Shields: Fülle an Beweisen für Risiko durch verarbeitetes Fleisch.