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Mehr Bakterien- als menschliche Zellen? Was die Wissenschaft enthüllt

Mehr Bakterien- als menschliche Zellen? Was die Wissenschaft enthüllt

In unserem Körper gibt es mehr Bakterienzellen als menschliche Zellen – doch das Verhältnis ist weniger dramatisch als lange geglaubt. Eine wegweisende Studie aus dem Jahr 2016 vom Weizmann Institute of Science in Israel zeigt: Bakterien machen nur 56 Prozent unserer Gesamtzellzahl aus (gegenüber früheren Schätzungen von 90 Prozent). Da Bakterien jedoch deutlich kleiner sind, wiegen sie lediglich etwa 200 Gramm. Gewichtsbezogen bestehen wir also zu über 99,7 Prozent aus menschlichem Gewebe.

Trotzdem dürfen wir die essenzielle Rolle unserer Bakterien nicht unterschätzen – sie sind keine Bedrohung, sondern Verbündete. Die meisten unserer menschlichen Zellen beherbergen Mitochondrien, winzige Kraftwerke, die Glukose in nutzbare Energie umwandeln. Diese Mitochondrien haben ihren Ursprung als freilebende Bakterien, die vor Milliarden Jahren eine symbiotische Partnerschaft mit unseren Vorfahren eingingen.

Wir zählen sie nicht zu den Bakterien, weil sie fest in unseren Zellen integriert sind und ihre Grenzen nie verlassen. Dennoch sind sie quasi unabhängige Organismen mit eigener DNA – ein faszinierendes Zeugnis evolutionärer Symbiose.

Wie bei allen vielzelligen Organismen lässt sich unser Körper nicht auf einzelne Komponenten reduzieren. Er gleicht einer lebendigen Stadt: Die kollektive Identität umfasst alle Bewohner, von Menschen bis zu Tauben und Eichhörnchen in London.