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Low-FODMAP-Diät: Kann sie IBS-Symptome bei Millionen Betroffenen lindern? Forschung und persönliche Erfahrungen

Als ich jung war, reiste ich viel und lebte günstig – was mir einige exotische Tropenkrankheiten einbrachte, inklusive Darminfektionen. Kürzlich infizierte ich mich für die BBC-Four-Sendung Infested absichtlich mit Bandwürmern. Dennoch hatte ich nie dauerhafte Darmprobleme. Viele andere sind weniger glückverehrt.

Darmbeschwerden sind weit verbreitet, und das Reizdarmsyndrom (IBS) zählt zu den häufigsten: Etwa jeder Fünfte erlebt es im Leben. Typische Symptome sind Krämpfe, Blähungen sowie Durchfall oder Verstopfung – oft verschlimmert sich es in den 30ern.

Britische Ärzte helfen Betroffenen mit IBS oft unzureichend; es wird häufig als „psychosomatisch“ abgetan. Zwar gibt es eine psychische Komponente, doch in den meisten Fällen kann eine temporäre Low-FODMAP-Diät Abhilfe schaffen.

Low-FODMAP-Diät: Kann sie IBS-Symptome bei Millionen Betroffenen lindern? Forschung und persönliche Erfahrungen

Mehrere Studien belegen: Diese Diät verändert die Darmmikrobiota und lindert Symptome. Bei IBS-Patienten weicht die Bakterienzusammensetzung vom gesunden Durchschnitt ab – bestimmte Lebensmittel führen zu Gasbildung durch „böse“ Mikroben.

FODMAP steht für fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole – Kohlenhydrate in vielen blähungsfördernden Lebensmitteln. Die Diät reduziert Zucker, raffinierte Stärke (in Kartoffeln, Brot, Nudeln), Milchprodukte, Weizen, Roggen und verarbeitete Produkte.

Auch „gesunde“ Obst- und Gemüse wie Äpfel, Pfirsiche, Birnen, Blumenkohl, Lauch, Knoblauch und Zwiebeln sind tabu. Nach 6–8 Wochen beruhigt sich der Darm; dann testen Sie Zutaten einzeln, um Trigger zu identifizieren.

Entwickelt von der Monash University (Australien), reduziert sie Symptome bei rund 75 % der IBS-Betroffenen (Details: monashfodmap.com).

Nicht nur IBS profitiert: Eine King’s-College-Studie (Oktober) deutet auf Linderung bei IBD wie Morbus Crohn oder Colitis hin. Weitere Forschung ist nötig, doch die Darmwissenschaft boomt.