Fällt es Ihnen schwer, sich an etwas zu erinnern? Warten Sie vielleicht bis später am Tag. Forscher der Universität Tokio haben bei Mäusen ein Gen identifiziert, das die Fähigkeit zur Erinnerung je nach Tageszeit zu beeinflussen scheint.
Das Team beobachtete junge erwachsene Mäuse, die ein neues Objekt Minutenlang erkundeten. Nach einer festen Pause wurde es erneut präsentiert. Mäuse verbringen weniger Zeit mit bekannten Objekten – so maß man das Erinnerungsvermögen.
Die Mäuse erkannten das Objekt besser, wenn sie es kurz vor dem üblichen Aufwachen sahen und es nach dem Schlafeinsatz erneut begegneten. Bei Präsentationen kurz vor zwei Aufwachphasen im 24-Stunden-Abstand scheiterte die Erinnerung.
In Folgeexperimenten testeten sie Mäuse ohne BMAL1, ein Protein mit zirkadianen Rhythmen, das nach dem Aufwachen niedrig ist. Diese Tiere waren besonders vergesslich vor dem Aufwachen. Die circadiane Uhr reguliert also nicht nur Schlaf-Wach-Zyklen, sondern auch Lernen und Gedächtnis.
„Wir haben möglicherweise das erste Gen identifiziert, das spezifisch den Erinnerungsabruf bei Mäusen steuert“, erklärt Professor Satoshi Kida von der Universität Tokio. „Nun haben wir Belege, dass zirkadiane Uhren den Gedächtnisrückruf lenken. Eine Steigerung der Leistung via BMAL1 könnte Demenz und Alzheimer therapieren.“