Eine britische Patientin ist weltweit die Erste, die mit der revolutionären Akustischen Cluster-Therapie (ACT) behandelt wurde. Dabei wird eine hohe Dosis Chemotherapie direkt in die Krebszellen injiziert.
Karen Childs aus Nordwest-London nimmt an einer klinischen Studie teil, die diese Therapie gegen Krebs einsetzt, der sich auf ihre Leber ausgebreitet hat.
Bei der Behandlung werden Mikrotröpfchen und Mikrobläschen zusammen mit der Chemotherapie injiziert. Sie verbessern die Medikamentenabgabe. Ultraschallscans pumpen die Cluster in den Tumor, sodass deutlich mehr Chemotherapie die Krebszellen erreicht.
Experten des Institute of Cancer Research (ICR) erwarten, dass Patienten künftig weniger Chemotherapie-Dosen benötigen – und damit geringere Nebenwirkungen erleiden.
Die Studie wird vom ICR in London und dem Royal Marsden NHS Foundation Trust durchgeführt, renommierten Institutionen für Krebsforschung und -behandlung.
Frau Childs, bei der 2013 Krebs diagnostiziert wurde, sagte: „Ich bin mir noch nicht sicher, ob es schon klar ist, dass ich der allererste Patient der Welt bin, der diese neue Behandlung erhält. Diese Studie ist ein aufregender Schritt für das Krankenhaus und ein großer Schritt für Patienten wie mich. Es würde wirklich einen großen Unterschied für das Leben der Patienten machen, wenn Nebenwirkungen in Zukunft durch gezieltere Behandlungen wie diese reduziert werden könnten. Es ist eine unglaubliche Gelegenheit, an diesem Prozess teilzunehmen, und die Mitarbeiter des Royal Marsden waren großartig und sehr hilfsbereit.“
Das Ziel der frühen Phase der Studie: Wirksamkeit und Sicherheit nachweisen. Die Therapie richtet sich an Lebertumore, die vom Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgehen.
Langfristig soll sie Tumore vor Operationen verkleinern, sie operabel machen und Heilungschancen steigern.
Die Studie finanzieren hauptsächlich Phoenix Solutions, Entwickler der Technologie, und das Research Council of Norway.
Jeffrey Bamber, Professor für angewandte Physik in der Medizin am ICR und Leiter der Technologieentwicklung, erklärte: „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit an der innovativen Akustischen Cluster-Therapie – die darauf ausgelegt ist, Hindernisse für die Arzneimittelabgabe zu überwinden – so weit fortgeschritten ist, dass sie nun erstmals an Patienten getestet wird. Es ist eine sehr aufregende ‚Türöffner‘-Technologie, die mehr Medikament im Tumor konzentriert. Wir erwarten effektiveren Tumorangriff und reduzierte Nebenwirkungen. Langfristig versprechen wir großen Nutzen bei therapieresistenten Tumoren wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und Unterstützung für Immuntherapien.“
Professor Udai Banerji, stellvertretender Direktor für Arzneimittelentwicklung am ICR und Royal Marsden, betonte: „Wir sind zuversichtlich, eine dringend benötigte neue Option für Patienten mit fortgeschrittenem, schwer behandelbarem Krebs zu schaffen. Diese Studie ist eine echte Teamleistung aus Radiologen, Physikern und Pflegekräften, die eng zusammenarbeiten, um die Behandlung sicherzustellen und Patienten zu unterstützen.“