Gewichtsreduktion ist eine bewährte Therapie gegen obstruktive Schlafapnoe (OSA). Forscher der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania haben nun herausgefunden, dass der Abbau von Fett in der Zunge eine entscheidende Rolle dabei spielt.
Mithilfe von Magnetresonanztomographie (MRT) untersuchten sie, wie Gewichtsverlust die oberen Atemwege bei adipösen Patienten beeinflusst.
Die Ergebnisse zeigen: Die Reduktion des Zungenfetts ist der Hauptfaktor für die Linderung der OSA-Schwere.
Die Studie wurde im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht.
Dr. Richard Schwab, Chefarzt für Schlafmedizin, erklärt: „Die meisten Kliniker und Experten haben sich bisher nicht auf Fett in der Zunge konzentriert. Nun wissen wir, dass es ein Risikofaktor ist und OSA sich bei Reduktion verbessert – ein neues therapeutisches Ziel.“
Bei OSA stoppt und startet die Atmung wiederholt, was zu unruhigem Schlaf führt. Typisch ist lautes Schnarchen; Risiken umfassen Bluthochdruck und Schlaganfall.
Fettleibigkeit ist der Hauptfaktor, doch auch große Mandeln oder ein tiefer Kiefer können eine Rolle spielen.
67 fettleibige Teilnehmer (BMI > 30) mit leichter bis schwerer OSA verloren durch Diät oder Operation im Schnitt 10 % ihres Gewichts in sechs Monaten.
Ihre OSA-Werte verbesserten sich um 31 %, gemessen in Schlafstudien.
MRT-Scans vor und nach der Intervention analysierten Pharynx und Bauch.
Statistische Auswertungen zeigten: Zungenfett-Reduktion korreliert primär mit der Besserung.
Zusätzlich schrumpften Pterygoid-Muskel und Pharynxseitenwand, trugen aber weniger zur Verbesserung bei.
Die Experten sehen in Zungenfett ein vielversprechendes Ziel für zukünftige Therapien.