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Psilocybin-Therapie lindert Angst und Depressionen bei Krebspatienten langfristig – NYU-Studie

Forscher der NYU Grossman School of Medicine haben festgestellt, dass eine einzige Dosis Psilocybin – einer Substanz aus psychedelischen Pilzen – kombiniert mit Psychotherapie das emotionale Wohlbefinden von Krebspatienten bis zu fünf Jahre verbessern kann.

In einer bahnbrechenden Studie von 2016 bewirkte Psilocybin zusammen mit Psychotherapiesitzungen bei 29 Krebspatienten rasche, signifikante und langanhaltende Linderung von Angst und Depressionen. Es reduzierte krebsbedingte Demoralisierung und Hoffnungslosigkeit, steigerte das spirituelle Wohlbefinden und verbesserte die Lebensqualität.

Sechs Monate später zeigten 60 bis 80 Prozent der Teilnehmer klinisch bedeutsame Reduktionen von Depressionen oder Angststörungen, anhaltende Vorteile bei existenzieller Belastung und Lebensqualität sowie eine positive Haltung zum Tod.

Fünf Jahre nach der Behandlung berichteten über 70 Prozent der Teilnehmer von langfristig positiven Lebensveränderungen durch die psilocybinunterstützte Therapie. Viele nannten sie zu den bedeutsamsten und spirituellsten Erfahrungen ihres Lebens.

„Neben Erkenntnissen aus den 1950er Jahren deuten unsere Ergebnisse stark darauf hin, dass Psilocybin-Therapie ein vielversprechendes Mittel zur Steigerung des emotionalen, psychologischen und spirituellen Wohlbefindens bei Patienten mit lebensbedrohlichem Krebs ist“, betont Leitforscher Stephen Ross. „Dieser Ansatz könnte die psychologische Betreuung von Krebspatienten, insbesondere bei unheilbaren Erkrankungen, revolutionieren.“

Die exakte Wirkungsweise von Psilocybin ist noch nicht vollständig erforscht. Experten vermuten jedoch, dass es das Gehirn flexibler macht und neue Denkmuster fördert.

Vorherige Studien zeigen, dass Psilocybin das Default-Mode-Netzwerk im Gehirn beeinflusst – ein Bereich, der bei Selbstreflexion aktiv ist und das Selbstgefühl prägt. Bei Angst und Depression ist es überaktiv und fördert Grübeln. Psilocybin dämpft diese Hyperaktivität und ermöglicht eine erweiterte Perspektive auf Leben und Verhalten.

Die Forscher warnen eindringlich vor Selbstmedikation mit Psilocybin. Es muss in einer kontrollierten, psychologisch sicheren Umgebung unter Aufsicht qualifizierter Psychiater oder Therapeuten erfolgen.