Berichten zufolge unterhalten sich Google und Facebook mit Regierungen darüber, wie sie Standortdaten aus Smartphones nutzen können, um die Ausbreitung des Coronavirus in Großbritannien, den USA und anderen Ländern zu verfolgen.
Falls Sie Ihre Datenschutzeinstellungen bei Google oder Facebook nie geprüft haben, sammeln diese Plattformen möglicherweise detaillierte Daten zu Ihren Bewegungen. Über eine gesamte Bevölkerung ergeben sich daraus einzigartige Einblicke in Versammlungen und Mobilität – und damit in potenzielle Infektionswege.
Laut einer anonymen Quelle in der Washington Post [Paywall] stecken die Gespräche noch in den Kinderschuhen. Beide Unternehmen bestätigen Kontakte zu Behörden, betonen jedoch, keine privaten Daten weitergegeben zu haben.
Regierungen ringen zunehmend um Maßnahmen, um die Ausbreitung zu bremsen, ehe Krankenhäuser überlastet sind. Mit diesen Daten könnten Behörden prüfen, ob die Bevölkerung Abstandsregeln einhält.
Die Tech-Giganten planen, die Daten zu anonymisieren, um Trends zu analysieren. Google testet bereits, ob Mobilitätsdaten aus Google Maps – ähnlich wie bei Stoßzeiten in Geschäften – hier hilfreich sein könnten.
In Großbritannien kooperiert Mobilfunkanbieter O2 mit der Regierung, um Heatmaps aus Handy-Daten zu erstellen und die Einhaltung von Abstandsregeln zu überwachen.
Die App Citymapper hat einen Mobilitätsindex eingeführt: Am 21. März bewegten sich Londoner Nutzer nur mit 23 % der üblichen Rate, in Mailand gar nur 4 %.
Kritiker mahnen zu mehr Transparenz bei der Anonymisierung solcher Daten.
WhatsApp plant mit dem britischen Gesundheitsdienst NHS einen Chatbot für Pandemie-Infos, ähnlich dem der WHO.
Weltweit setzt Tech sich innovativ ein: Ein US-Firma in Austin trainiert Wärmebildkameras zum Fieber-Erkennen in Supermärkten. In Spanien scheuchen Drohnen Passanten in den Lockdown nach Hause.