DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Die Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs: Der wissenschaftliche Prozess Schritt für Schritt

Renommierte Institutionen und Wissenschaftler weltweit arbeiten fieberhaft an einem Impfstoff gegen COVID-19. Jeder Impfstoff durchläuft jedoch denselben strengen Entwicklungsprozess, bevor er für die breite Öffentlichkeit freigegeben und in Massenproduktion gehen kann.

Wie sieht dieser bewährte Prozess aus?

Impfstoffe trainieren das körpereigene Immunsystem, indem sie es dem Virus oder Bakterium auf sichere Weise aussetzen. So erkennt der Körper die Bedrohung und lernt, effektiv dagegen vorzugehen – bereit für einen echten Infektionsangriff.

Sie werden vor allem gesunden Menschen, oft Kindern, verabreicht, weshalb das Risiko-Profil strenger ist als bei anderen Medikamenten.

Zuerst erfolgen Labortests: „in-vitro“-Versuche im Reagenzglas und „in-vivo“-Tests, meist an Tieren wie Mäusen.

Nach erfolgreichen Tierstudien, die Wirksamkeit und Sicherheit belegen, startet die erste Humanstudie mit einer kleinen Gruppe Freiwilliger. Ziel: Sicherheitsüberwachung und Bestimmung der optimalen Dosis beim Menschen.

In Phase II testet man an Hunderten Probanden die Dauerwirkung, Immunantwort und mögliche Nebenwirkungen.

Phase III umfasst Tausende Teilnehmer, um statistisch robuste Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit zu gewinnen.

Die Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs: Der wissenschaftliche Prozess Schritt für Schritt

Bei Erfolg prüfen Behörden wie die MHRA oder EMA alle Daten. Sie gewährleisten, dass Wirksamkeit und Sicherheit den höchsten Standards entsprechen und Nutzen Risiken klar überwiegt.

Nach Markteinführung überwachen Post-Marketing-Studien die Langzeitwirkungen.

Der gesamte Prozess dauert typischerweise Jahre – ein Beleg für die wissenschaftliche Sorgfalt.

Britische Experten wie das Team der University of Plymouth tragen aktiv zur globalen Impfstoffentwicklung bei, ebenso Forscher in den USA, die erste Dosen experimenteller Impfstoffe verabreichten.

Neueste Coronavirus-Nachrichten:

  • Blutgruppe A „anfälliger“ für Coronavirus
  • Neuer COVID-19-Test liefert Ergebnisse in nur einer halben Stunde
  • Coronavirus: Ist Händewaschen wirklich das Beste, um die Ausbreitung von COVID-19 zu stoppen?

Am Kaiser Permanente Washington Research Institute in Seattle startete eine NIH-finanzierte Phase-I-Studie mit Injektionen bei gesunden Freiwilligen. Die Impfstoffe enthalten kein Virus, daher besteht keine Infektionsgefahr.

Trotz Fortschritten: Breite Verfügbarkeit erst in mindestens einem Jahr.

Auch das Team der University of Cambridge unter Professor Jonathan Heeney nutzt Computermodelle, um Schwachstellen in der Virusstruktur – insbesondere an den Stachelproteinen – zu identifizieren und gezielte Impfstoffkomponenten zu entwickeln.